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Vatican News
Bedrohtes Weihnachtsfest in Pakistan Bedrohtes Weihnachtsfest in Pakistan  (ANSA)

Pakistan: Christen feiern Weihnachten unter Polizeischutz

Rund um Kirchen und christliche Einrichtungen in Pakistan will die Polizei rund um Weihnachten Sondereinsätze absolvieren. Allein in Lahore sollen 10.000 Polizisten die Sicherheit der Christen gewährleisten, berichtet der vatikanische Fidesdienst.

In der Hauptstadt Islamabad-Rawalpindi seien 1.500 Sicherheitskräfte eigens abgestellt. Ähnliche Bestimmungen gälten für weitere Großstädte wie Karachi und Lahore, in denen Terrorakte vermieden werden sollen. „Nach dem Freispruch von Asia Bibi ist die Situation sehr heikel, wir haben Bedenken“, zitiert fides den Rektor der Kathedrale in Karachi, Mario Rodrigues. Die Polizei organisiert indessen auch Schulungen für ehrenamtliche Helfer in Kirchen, die den Sicherheitsdienst über Weihnachten unterstützen. Zudem werden Überwachungskameras an sensiblen Orten installiert.

In Deutschland hatte zuletzt das katholische Hilfswerk Missio Sorge um die Sicherheit von Christen in Pakistan geäußert. Nachdem Ende Oktober das Oberste Gericht das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi aufgehoben hatte, war es zu heftigen Protesten islamistischer Extremisten gekommen. „Unsere Partner rechnen damit, dass fanatische Islamisten an Weihnachten Anschläge auf Kirchen planen", warnte Missio-Präsident Klaus Krämer.

In Pakistan seien die Christen „in diesem Jahr wesentlich stärker als in den Vorjahren darauf angewiesen, dass die staatlichen Sicherheitskräfte für Sicherheit sorgen", sagte Krämer. Vor allem in der Provinz Punjab sei die Lage angespannt.

Ähnliche Sorgen in Indien

Mit ähnlichen Sorgen sehen Christen im benachbarten Indien dem Weihnachtsfest entgegen. Aus Indien berichteten Partnerorganisationen von Missio, dass „fanatische Hindu-Nationalisten Christen zu Weihnachten mit Demonstrationen, Straßenblockaden, Vandalismus und Gewalt drohen", hieß es. Die regierende Bharatiya Janata Party (BJP) und mit ihr verbundene Hindu-Nationalisten hetzten vor den Parlamentswahlen 2019 gegen Minderheiten wie Christen und Muslime. Vor allem im Bundesstaat Odisha, in dem es vor zehn Jahren zu Pogromen gegen Christen kam, sei die Lage prekär. „Unsere Partner rechnen dort mit gewalttätigen Übergriffen und sind in großer Sorge, dass Polizei und Behörden nicht genügend Schutz bieten", beklagte Krämer.

(fides/pm – gs)

19 Dezember 2018, 18:01