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Vatican News
Nachtgebet Nachtgebet von Migranten in einem hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslager in Tijuana, Mexiko  (AFP or licensors)

Mexiko: Migrantenpfarrer erhebt schwere Vorwürfe gegen Helfer

Der katholische Priester und Träger des Nationalen Menschenrechtspreises in Mexiko, Alejandro Solalinde, hat der Organisation „Pueblo Sin Fronteras“ (Volk ohne Grenzen) ein doppeltes Spiel zulasten von Migranten vorgeworfen. Helfer der NGO, deren Ziel nach eigenen Angaben der Schutz von Einwanderern ist, hatten den vor gut einem Monat in Honduras gestarteten Migrantentreck in Richtung USA begleitet.

Es sei mysteriös, dass sie das Spiel von US-Präsident Donald Trump betrieben. Und es sei irrational, dass sie die Betroffenen dorthin geführt hätten, wo es keine Lösung gebe, sagte Solalinde laut mexikanischen Medien (Samstag). „Es gibt hier einen negativen Faktor und der heißt 'Pueblo Sin Fronteras'“, so Solalinde weiter. In den Reihen der Gruppe befänden sich einige Extremisten, die das alles nicht aus Liebe täten.

Während Sprecher von „Pueblo Sin Fronteras“ immer wieder betonten, sie seien nicht die Organisatoren der sogenannten Karawane, äußerte sich Jose Maria Garcia Lara, Koordinator der Allianz für Migranten in Tijuana, gegenüber Medien ebenfalls kritisch zur Rolle von „Pueblo Sin Fronteras“: Es sei sehr traurig, dass diese Gruppe nun keine Verantwortung übernehme und die Situation zunehmend außer Kontrolle gerate.

Die Aufnahmezentren reichen nicht mehr aus

Laut offiziellen Angaben der Stadtverwaltung befinden sich rund 5.000 Migranten in Tijuana, die überwiegend mit der ersten Karawane aus Honduras an der Grenze zu den USA ankamen. Das Auffanglager „Benito Juarez“ ist inzwischen überfüllt, weitere eintreffende Migranten sollen in zusätzliche Lager gebracht werden. Für Sonntagmorgen ist eine Demonstration von Pro-Migranten-Gruppen angekündigt.

US-Präsident Donald Trump kündigte unterdessen via Twitter an, weiter einen harten Kurs fahren zu wollen. Kein Migrant werde die Grenze überqueren, bevor dessen Ansprüche auf Bleiberecht nicht gerichtlich geklärt seien. Alle anderen müssten in Mexiko bleiben. „Sollte es aus irgendeinem Grund notwendig sein, werden wir unsere Südgrenze SCHLIESSEN“, so Trump wörtlich. Unterdessen suchen Mexiko und die USA offenbar weiterhin nach einer Lösung des Konflikts. Medienberichte über eine Einigung wiesen mexikanische Verantwortliche laut BBC als verfrüht zurück. 

(kna - cs)

25 November 2018, 10:29