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Bei weitem keine ausreichende Versorgung für die Kinder im Jemen Bei weitem keine ausreichende Versorgung für die Kinder im Jemen  (ANSA)

UNICEF: Für Kinder ist der Jemen die Hölle

Im Jemen stirbt derzeit alle 10 Minuten ein Kind an Krankheiten, die einfach zu heilen wären. 1,8 Millionen Kinder leiden an akuter Unterernährung. Von diesen schweben 400.000 in Lebensgefahr. 30.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch Unterernährung verursacht sind. Diese Zahlen nennt das UN-Kinderhilfswerk UNICEF.

„Der Jemen ist heute für Kinder die Hölle auf Erden. Es ist die Hölle für jeden einzelnen Jungen und jedes einzelne Mädchen in jenem Land,“ sagt Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. 40 Prozent der 400.000 Kinder vom Hungertod bedrohten Kinder leben in Hodeida und in den benachbarten Gouvernements, wo der Krieg tobt. Die Hälfte aller jemenitischen Kinder unter 5 Jahren sei chronisch unterernährt. Es handele sich um einen Teufelskreis. 1,1 Millionen schwangere oder stillende Frauen seien anämisch, so der UNICEF-Bericht. Bei der Geburt wüssten diese Frauen, dass ihre Kinder mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kommen werden. Damit beginne Zyklus der Unterernährung, der zu chronischer Unterernährung und allen damit verbundenen Risiken für die Gesundheit dieser Jungen und Mädchen führe, so der UNICEF-Leiter. Chronische Unterernährung hat einen wichtigen Einfluss auf die Gehirnentwicklung des Kindes.

Keine Entfaltungsmöglichkeit

50 Prozent der heute chronisch unterernährten jemenitischen Kinder unter 5 Jahren werden nie ihr volles intellektuelles Potenzial entfalten. Das sei schlecht für die Kinder und schlecht für den Jemen, wenn man wollee, dass Jemen ein lebenswertes Land für Kinder werde, so Cappalaere weiter.

Krankheiten, die leicht zu verhindern seien, verbreiten sich nachdem die Impfzahlen seit Kriegsbeginn dramatisch gesunken. Schon vor dem Krieg war die Versorgung mit Impfungen nichtausreichend, im Krieg sank sie weiter. Es gebe kein nationales Impfprogramm, so dass man Ausbrüche von Masern und Diphtherie mit fatalen Auswirkungen auf die Kinder erlebe, resümiert der Regionaldirektor von UNICEF.

Obst und Gemüse sind unerschwinglich

„1,5 Millionen Familien machen die verletzlichsten und ärmsten Mitglieder der Gesellschaft im Jemen aus,“ so Cappelaere, „diese Familien erhalten von UNICEF monatlich einen kleinen Geldbetrag. Sie haben uns gesagt, dass sie sich wichtige Produkte wie Obst und Gemüse nicht mehr leisten können. Nicht, weil frisches Obst und Gemüse nicht auf dem Markt erhältlich ist, sondern weil es unerschwingliche Preise verzeichnet.“

Erwachsene verantwortlich für das Leid der Kleinsten

„All das Leid von Millionen von Kindern im Jemen wurde von Menschen verursacht. Wenn wir heute mit der Gefahr einer möglichen Hungersnot im Jemen konfrontiert sind, gibt es keine einzige natürliche Ursache. Sie entstand aus Gründen, für die die Erwachsenen verantwortlich sind, aber die Kinder zahlen den höchsten Preis dafür,“ zeigt Cappelaere eindrücklich auf.

(vatican news - hoe)
 

05 November 2018, 11:47