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Saif-ul-Malook, der muslimische Anwalt der Christin Asia Bibi, musste ins Ausland fliehen Saif-ul-Malook, der muslimische Anwalt der Christin Asia Bibi, musste ins Ausland fliehen  (ANSA)

Beauftragter für Religionsfreiheit: Deutschland sollte Asia Bibi aufnehmen

Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), hat sich für eine Aufnahme der in Pakistan verfolgten Christin Asia Bibi in Deutschland ausgesprochen.

„Wir sollten sie und ihre Familie aufnehmen", sagte Grübel am Dienstag in Berlin. „Wenn sie nach Deutschland will, ist sie ein klassischer Fall von politischem Asyl." Es sollte ein Angebot aus Deutschland geben, betonte er. Der Vorsitzende des Stephanus-Kreises, der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte, äußerte die Überzeugung, dass Bibi in Deutschland politisches Asyl erhalten würde. Es sei aber eine viel schwierigere Frage, wie sie nach Deutschland kommen könne. Der Stephanus-Kreis ist ein Zusammenschluss von Abgeordneten, die sich besonders um verfolgte Christen sorgt.

“ Wobei das ja nichts Schwieriges wäre, wenn die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrem Botschafter sagen würde, geben Sie ihr einen Pass ”

Die von Islamisten bedrohte pakistanische Christin Asia Bibi hat nach Angaben ihres Anwalts bisher noch von keinem westlichen Staat die nötigen Papiere für eine Ausreise erhalten. „Sie hat vorerst kein Visum", sagte Anwalt Saif-ul-Malook am Dienstag vor Journalisten in Frankfurt. „Wobei das ja nichts Schwieriges wäre, wenn die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrem Botschafter sagen würde, geben Sie ihr einen Pass. Dann wäre die Sache kein Problem und Asia Bibi könnte ganz einfach das Land verlassen", wird der Anwalt zitiert.

Gegenwärtig lebe Asia Bibi mit ihrer Familie an einem sicheren Ort in Pakistan. Bibi war in Pakistan als erste Christin wegen Gotteslästerung angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. 2015 ordnete ein Gericht die vorläufige Aussetzung der Vollstreckung der Todesstrafe an. Ende Oktober 2018 sprach sie das Oberste Gericht überraschend frei. Danach kam es in ganz Pakistan zu gewalttätigen Protesten der radikalislamischen Partei Tehreek-e-Labbaik Pakistan (TLP). Anwalt Saif-ul-Malook berichtete, er und seine Familie stünden seit 2012 unter Polizeischutz. 

(kna – gs)

20 November 2018, 14:56