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Fykse Tveit im Juni dieses Jahres mit dem Papst in Genf Fykse Tveit im Juni dieses Jahres mit dem Papst in Genf  (ANSA)

Weltkirchenrat-Generalsekretär würdigt Kooperation mit Vatikan

Dass die römisch-katholische Kirche nicht Mitglied des Weltkirchenrates (ÖRK) ist, ist zwar nicht in Stein gemeißelt. Doch derzeit ist eine Mitgliedschaft kein Thema.

Dies ist allerdings auch keine Hemmschuh dafür, dass es zwischen der rund 350 Mitgliedskirchen starken Organisation und der katholischen Kirche eine sehr intensive und fruchtbare Zusammenarbeit gibt. Das sagte ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit gegenüber Journalisten in Genf.

So wie es derzeit ist, funktioniert es gut...

Nicht zuletzt beim Besuch von Papst Franziskus im Juni diesen Jahres beim Weltkirchenrat in Genf sei einmal mehr deutlich geworden, das die Kirchen angesichts der riesigen globalen Herausforderungen ihre Kräfte bündeln müssten. Dazu bedürfe es freilich nicht einer formellen Mitgliedschaft der Römisch-katholischen Kirche im Weltkirchenrat. Man könne wohl von der stillschweigenden Übereinkunft ausgehen, „dass es gut funktioniert, so wie es derzeit ist, und dass das beide Seiten so sehen“.

Tveit erinnerte in diesem Zusammenhang auch an den internationalen Kongress gegen „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und populistischen Nationalismus“ in Rom in der vergangenen Woche, der vom Vatikan und Weltkirchenrat gemeinsam organisiert wurde. Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Leid dürften nicht unter dem Vorwand des Schutzes christlicher Werte ausgeschlossen werden, hielt der ÖRK-Generalsekretär einmal mehr fest. Christen und alle, die Menschenrechte unterstützten, sollten jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie populistische Initiativen zurückweisen, die den Werten des Evangeliums widersprächen.

Beitritt der katholischen Kirche zum ÖRK wäre kompliziert

1948 gegründet, gehören dem Weltkirchenrat derzeit 348 evangelische, orthodoxe, anglikanische, altkatholische und altorientalische Kirchen an. Der Weltkirchenrat vertritt damit rund 500 Millionen Christen auf der ganzen Welt. Anders als etwa im lokalen „Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich“ (ÖRKÖ), wo die katholische Kirche seit 1994 als Vollmitglied vertreten ist, ist der Heilige Stuhl kein Mitglied des Weltkirchenrats, hält aber enge Kontakte zu ihm und gehört einer seiner tragenden Säulen - der Kommission „Faith and Order“ (Glaube und Kirchenverfassung) - als Vollmitglied an; seit 1965 gibt es auch eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Weltkirchenrats und des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.

Der Weltkirchenrat hat seinen Sitz in Genf. ÖRK-Generalsekretär ist seit 2009 der norwegische lutherische Pastor Olav Fykse Tveit. Dieser räumte gegenüber den Journalisten ein, dass es auch höchst kompliziert wäre, wenn plötzlich ein neues Mitglied zahlenmäßig mehr als doppelt so groß wäre als alle anderen Mitglieder zusammen.

Orthodoxe Kirche muss ihre Probleme selbst lösen

Angesprochen auf die jüngsten internen Turbulenzen in der Orthodoxie (die russische orthodoxe Kirche hat die „diplomatischen Beziehungen“ zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel abgebrochen, Anmk.) zeigte sich Tveit besorgt, noch sei es aber zu früh um zu sagen, welche Auswirkungen dies auf die Arbeit des Weltkirchenrates haben könnte. „Wir haben das Prinzip, dass wir uns in interne Angelegenheiten der einzelnen Kirchen nicht einmischen“, so der ÖRK-Generelsekretär. Die orthodoxen Kirchen müsste ihre Probleme selbst lösen. Vielleicht könnte der Weltkirchenrat aber eine Plattform bieten, „die mithilft, dass die Kirchen wieder zueinander finden“, so Tveit.

(kap – sk)
 

29 September 2018, 12:16