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Nicaragua: Auch im September sind Tausende von Menschen gegen die Regierung von Daniel Ortega auf die Straße gegangen Nicaragua: Auch im September sind Tausende von Menschen gegen die Regierung von Daniel Ortega auf die Straße gegangen  (ANSA)

Nicaragua: Erzbischof von Managua verurteilt Vorgehen gegen Demonstranten

In Nicaragua halten die Proteste an. Die Regierung reagiert mit Schlägertrupps und Massenverhaftungen. In einem Appell forderte der Erzbischof von Managua, Kardinal Leopoldo Brenes, nun zum wiederholten Mal ein Ende der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten.

Wie die Tageszeitung El Nuevo berichtete, habe der Kardinal in seiner Sonntagspredigt seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass „die Verhaftungen bald aufhören“ mögen. Er wisse nicht, wo man die vielen Menschen unterbringen wolle, die die Polizei in allen Teilen des Landes verhafte, nur weil sie gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega protestierten. Er bete für die vielen Kinder, Mütter, Ehefrauen, denen man die Angehörigen entreisse und so unsäglichen Schmerz zufüge. Gebot der Stunde sei es, eine Kultur des Friedens zu fördern, unterstrich der Präsident der nicaraguanischen Bischofskonferenz. Die Bischöfe hofften, dass die Proteste friedvoll verliefen, schließlich beginne der Frieden beim „gegenseitigen Respekt.”

Soziale Netzwerke dürfen keine Ängste schüren


Kardinal Leopoldo Brenes rief in seiner Predigt auch zum verantwortungsvollen Umgang mit den sozialen Netzwerken auf. Das Internet bringe viele „Falschmeldungen“ in Umlauf, warnte er. Statt konstruktiv zu sein, würde es oft nur destruktive Ängste schüren. 

Gegen eine zunehmende Kriminalisierung von Sozialprotesten

 

Bereits im Juli hatte die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte vor der zunehmenden Kriminalisierung von Sozialprotesten in Nicaragua gewarnt. An diesem Wochenende sind im ganzen Land erneut Zehntausende von Menschen auf die Straße gegangen. Der über neun Kilometer lange Protestmarsch in der Hauptstadt Managua verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse, während es in anderen Landesteilen zu kleineren Zusammenstößen kam.

(ansa – skr)


 

18 September 2018, 16:51