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Kerala: Der südindische Bundesstaat ist trotz häufiger Überschwemmungen eine "Wasserwüste" Kerala: Der südindische Bundesstaat ist trotz häufiger Überschwemmungen eine "Wasserwüste"  (AFP or licensors)

Indien: Kirchenprojekt versorgt Dorfbewohner mit Trinkwasser

Dank eines von einem indischen Schulabbrecher erfundenen Filtersystems hat ein Dorf im hochwassergeschädigten südindischen Bundesstaat Kerala endlich Zugang zu genießbarem Trinkwasser.
Das südindische Kuttanad ist eine wahre „Wasserwüste“: obwohl gleich vier Flüsse durch die Region fließen, ist das Wasser mit coliformen Bakterien belastet und weder als Trinkwasser noch für die Hausarbeit geeignet. So soll die Verwendung von verunreinigtem Wasser in den letzten Jahren rund 5.000 Menschenleben gefordert haben.
 
Siji Mathew hat nun dank einer Kombination aus Sand, zerkleinertem Granit und Holzkohle eine Methode entwickelt, das bisher ungenießbare Brunnenwasser zu filtern.
 
Seine Bemühungen begannen, nachdem das Wasser des 40 Jahre alten Brunnens seiner Familie plötzlich rot wurde. „Ich habe über einen Zeitraum von sieben Jahren 216 Methoden ausprobiert, das Wasser trinkbar zu machen. Mit einem dreistufigen Kammerfilter hatte ich schließlich Erfolg,“ erzählt Mathew. Das System wurde von der Erzdiözese Thiruvalla übernommen und von den Dorfbewohnern mit Begeisterung aufgenommen. Bodhana, der Sozialdienst der Diözese, ließ inzwischen in 6.000 Wohnungen der umliegenden Bezirke Filter installieren. Die Filter kosten je nach Kapazität 750 bis 5.000 Rupien (11-75 US-Dollar). Das aufbereitete Wasser wird regelmäßigen Tests unterzogen. Wie Mathew sagt, hätten die Tests die hohe Qualität des Wassers bestätigt.
 
Das Projekt greift einen Appell von Papst Franziskus auf, der das Thema Wasser in den Mittelpunkt seiner diesjährigen Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung stellen wollte. Es sei ein „dringender Imperativ, sich um die Wasserquellen und Wasserreservoirs zu kümmern”, so der Papst. Schließlich habe schon Jesus „lebendiges Wasser versprochen, das den Durst der Menschen für immer stillt.“
 
(ucanews - skr)
10 September 2018, 11:09