Cerca

Vatican News
Nach Bangladesch geflohene Rohingya aus Myanmar Nach Bangladesch geflohene Rohingya aus Myanmar  (AFP or licensors)

Verfolgung der Rohingya: Schwere Vorwürfe gegen Myanmars Militär

Myanmars Militär soll die Angriffe auf die muslimische Minderheit der Rohingya systematisch vorbereitet haben. Diesen schweren Vorwurf erhebt eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Blick auf die Verfolgungen von 2017.

Bereits vor der Intervention vom August 2017 sei ein Militäreinsatz gegen die muslimische Minderheit im Bundesstaat Rakhine ausgiebig und gezielt vorbereitet worden, hält die Menschenrechtsorganisation „Fortify Rights“ in einem jetzt veröffentlichten Bericht fest. Es habe sich also um keine Reaktion des Militärs auf Angriffe radikaler Rohingya gehandelt, sondern um eine im Vorfeld geplante, systematische Aktion, in deren Folge fast 700.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch fliehen mussten.

Fast ein Jahr lang systematisch vorbereitet

 

Auf 160 Seiten dokumentiert Fortify Rights, wie Myanmars Militär die Übergriffe Monate im Voraus vorbereitet haben soll. Spitze und andere Objekte, die den Rohingya als Waffen dienen konnten, seien eingesammelt, die Lokalbevölkerung gezielt für Angriffe auf die Rohingya ausgebildet und bewaffnet worden. Auch habe man der muslimischen Minderheit Essen und andere Grundmittel entwendet, um sie zu schwächen, und staatliche Sicherheitskräfte aus der Region abgezogen, um die Übergriffe besser durchführen zu können. Explizit beschuldigt der Bericht 22 Armee- und Polizeiverantwortliche, deren Verbrechen untersucht werden müssten.

Vor Hintergrund der Vorwürfe hat sich die in Bangkok ansässige Menschenrechtsorganisation nun an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gewandt. Mit dem Fall solle sich der Internationale Strafgerichtshof (ICC) befassen, fordert Fortify Rights. Die UNO hatte Myanmars Umgang mit den Rohingya mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit verglichen.

Papstbesuch in Myanmar

 

Papst Franziskus besuchte Myanmar im November 2017 und hatte auf seiner Reise auch Vertreter der Rohingya getroffen, denen er seine Nähe bekundete. Er bat sie „im Namen aller, die euch Böses getan haben, und der Gleichgültigkeit der Welt“ „um Vergebung“.

(ucanews – pr)
 

20 Juli 2018, 15:05