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Mexikos neuer Präsident Andres Manuel Lopez Obrador Mexikos neuer Präsident Andres Manuel Lopez Obrador  (ANSA)

Mexiko: Künftige Regierung setzt bei Menschenrechten auf Kirche

Andres Manuel Lopez Obrador, der am Sonntag neu gewählte Präsident Mexikos, will bei der Umgestaltung der Politik auch Priester der katholischen Kirche integrieren.

Der Menschenrechtsaktivist und Migrantenpriester Alejandro Solalinde soll Ombudsmann und Leiter der Nationalen Kommission für Menschenrechte (CNDH) werden. Außerdem wird ein für seine Verhandlungen mit der Drogenmafia bekannter Bischof als möglicher Kooperationspartner genannt. Dies sorgt für Aufsehen im katholisch geprägten Mexiko, in dem jedoch Geistlichen per Verfassung jede politische Funktion verwehrt ist.

Solalinde erklärte gegenüber Medien, er wolle die Einladung des Wahlsiegers - die noch vom Senat bestätigt werden muss - annehmen. Der katholische Priester ist Gründer einer Unterkunft für Migranten mit dem Namen „Hermanos en el Camino" (Brüder auf der Reise) in Ixtepec im Bundesstaat Oaxaca und Träger des Nationalen Menschenrechtspreises. Er hatte im Laufe der vergangenen Jahre wegen seines sozialen Engagements zahlreiche Morddrohungen erhalten.

Sein Priesteramt müsse er als künftiger Ombudsmann nicht aufgeben, betonte Solalinde. Er werde nie dem Kabinett angehören, sondern sehe sich als Vertreter der Zivilgesellschaft und somit als ein „Gegengewicht" zur Regierung, sagte er laut dem Portal „Etcetera.com".

Bischöfe mahnen zur Zusammenarbeit


Insgesamt fielen die kirchlichen Rückmeldungen auf die Wahl von Lopez Obrador verhalten positiv aus. Der Primas von Mexiko-Stadt, Kardinal Carlos Aguiar Retes, gratulierte dem Linkspolitiker und der künftigen Regierungschefin Claudia Sheinbaum Pardo und sprach den „Millionen von Mexikanern, die ein Beispiel für demokratische Reife gegeben haben" ausdrücklich „besondere Anerkennung" aus.

So wie auch die Bischofskonferenz rief er zu enger Kooperation mit den Behörden auf, um die von den Bürgern gewünschte Veränderung im Land - besonders die Überwindung von Armut und Kriminalität - wirksam umzusetzen. 

Lopez Obrador, Vorsitzender der linken Koalition „Juntos haremos historia", hatte am Sonntag die Wahl mit mehr als 53 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Die Wahlbeteiligung war mit 61 Prozent der 89 Millionen Stimmberechtigten hoch.

(kap – gs)

05 Juli 2018, 15:47