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Vatican News
Die beiden Politiker in Addis Abeba Die beiden Politiker in Addis Abeba  (AFP or licensors)

Eritrea eröffnet Botschaft in Äthiopien: Signal für Ostafrika

Nach dem historischen Friedensschluss zwischen Eritrea und Äthiopien hat Eritrea in dem ehemals befeindeten Staat seine Botschaft wiederöffnet. Die in Addis Abeba tagenden Bischofskonferenzen Ostafrikas werten die neuen diplomatischen Bande als wegweisend für die ganze Region.

Anne Preckel und Paul Samasumo – Vatikanstadt/Addis Abeba

Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed und Eritreas Präsident Isaias Afwerki nahmen am Montag gemeinsam an der Eröffnungszeremonie der eritreischen Botschaft in Addis Abeba teil. Ministerpräsident Ahmed überreichte Afwerki symbolisch den Schlüssel für das Botschaftsgebäude im Zentrum der Hauptstadt; der eritreische Präsident zog vor Ort die Flagge seines Landes auf.

„Willkommen zu Hause, Präsident Isaias“, twitterte der Sprecher des äthiopischen Premierministers zur Ankunft des Gastes und spielte damit auf die Einheit beider Länder bis 1991 an. Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre von Äthiopien abgespalten und für unabhängig erklärt.

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Wie Vatican News-Korrespondent Paul Samasumo beobachten konnte, spielten sich in der äthiopischen Hauptstadt am Montag emotionale Szenen ab: Tausende Menschen säumten die Straßen, um Eritreas Präsidenten Afwerki begeistert willkommen zu heißen. Dass nach Jahrzehnten erbitterter Feindschaft nun ein Dialog wieder aufgenommen wurde und schon konkrete Früchte trägt, hätten viele Äthiopier nie für möglich gehalten, berichtet unser Kollege Samasumo aus Addis Abeba: „Die Anfeindungen waren derart, dass einige wohl nie gedacht hätten, dass es einmal Frieden geben würde. Das haben mir viele hier so gesagt.“

“ Die Anfeindungen waren derart, dass einige wohl nie gedacht hätten, dass es einmal Frieden geben würde ”

Seit Samstag tagt in den äthiopischen Hauptstadt die Vereinigung der Bischofskonferenzen Ostafrikas (AMECEA). Vor Hintergrund des politischen Durchbruches in den Beziehungen zwischen Eritrea und Äthiopien verstehen die anwesenden Bischöfe aus acht Ländern das diesjährige Treffen als Sprungbrett für Dialog und Zusammenarbeit in der gesamten Region. Der Herr habe die Gebete um Einheit erhört, kommentierte Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel, katholischer Erzbischof von Addis Abeba und Vorsitzender der AMECEA, den historischen Friedensschluss.

Giuseppe Franzelli, Bischof von Lira in Uganda, wertet den „Friedens- und Freundschaftsvertrag“ als wegweisend für ganz Ostafrika. Er sagte am Mikrofon von Vatican News: „Das ist wirklich ein Zeichen der Zeit, das uns große Hoffnungen macht – auch für ähnliche Situationen der Feindschaft und Spannungen, wo ein solcher Schritt noch passieren könnte. Über diese Möglichkeit müssen wir als Kirche nachdenken.“

Zu den Mitgliedern der Vereinigung der ostafrikanischen Bischofskonferenzen Ostafrikas gehören neben Äthiopien und Eritrea Kenia, Tansania, Uganda, Sudan, Südsudan, Sambia, Malawi und – mit Beobachterstatus – Somalia und Dschibuti. In vielen dieser Staaten gebe es in der Gesellschaft Konflikte, die die Entwicklung dieser Länder behinderten, fasst der Bischof zusammen. Das wirke sich auch auf das Verhältnis dieser Staaten untereinander aus: „Einheit ist für Ostafrika besonders aktuell und dringend, denn in den Gesellschaften dieser Länder sind große ethnische und kulturelle Spannungen vorzufinden. Diese Probleme behindern den Weg dieser Nationen, die eine gemeinsame starke Identität finden müssen, an der Basis.“

“ Die Zukunft des afrikanischen Kontinentes hängt von den Afrikanern selber ab ”

Die Ortskirchen bemühen sich vor diese Hintergrund um Friedensarbeit, interreligiösen Dialog und den Ausbau eines breiten Bildungsnetzwerkes. Der Vatikan ermutigte die ostafrikanischen Kirchenvertreter in Addis Abeba zu noch stärkerer Zusammenarbeit und zu mehr Selbständigkeit: „Die Kirche der AMECEA-Region sollte ihr Bewusstsein darüber erneuern, dass ihre Zukunft nicht länger von Missionaren oder Entwicklungsarbeitern anderer Kontinente abhängt“, sagte Erzbischof Protase Rugambwa von der vatikanischen Kongregation für die Evangelisierung der Völker zu Beginn der Arbeiten: „Die Zukunft des afrikanischen Kontinentes hängt von den Afrikanern selber ab.“

Das 19. Treffen der AMECEA-Plenarsitzung steht unter dem Motto „Lebendige Diversität, gleiche Würde, friedliche Einheit“.

(vatican news – pr)
 

17 Juli 2018, 13:23