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Der frühere Erzbischof von Washington, Kardinal Theodore McCarrick Der frühere Erzbischof von Washington, Kardinal Theodore McCarrick  (AFP or licensors)

USA: Vatikan suspendiert früheren Erzbischof vom Priesteramt

Der frühere Erzbischof von Washington, Kardinal Theodore McCarrick, darf wegen Missbrauchsvorwürfen nicht mehr als Priester wirken. Die Anschuldigungen, die sich auf angebliche Taten vor 45 Jahren beziehen, seien „glaubwürdig und substanziell“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des New Yorker Kardinals Timothy Dolan, die Vatican News vorliegt.

Weisung aus dem Vatikan

 

McCarrick war damals Priester des Erzbistums New York. Es seien die ersten Vorwürfe dieser Art gegen den Kardinal. Das Ergebnis der ersten Ermittlungen seien gemäß der kirchlichen Leitlinien an den Vatikan weitergeleitet worden, so Dolan weiter. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe im Auftrag des Papstes die Weisung erteilt, McCarrick dürfe nicht mehr öffentlich priesterliche Aufgaben ausüben.

McCarrick akzeptierte seine Entfernung aus allen öffentlichen Ämtern. Gleichzeitig beteuerte er weiter seine Unschuld. „In Gehorsam akzeptiere ich die Entscheidung des Heiligen Stuhls, dass ich keinen öffentlichen Dienst mehr ausübe", kommentierte er die Entscheidung des Heiligen Stuhls.

 

Erzdiözese „traurig und schockiert"

 

Dolan erklärte, die Erzdiözese Washington sei „traurig und schockiert". Zugleich erneuerte er im Namen des Bistums seine Entschuldigungsbitte an alle Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Er dankte den Opfern für ihren Mut, sich zu melden und am Versöhnungs- und Entschädigungsprogramm der Diözese teilzunehmen.

McCarrick leitete die US-Hauptstadtdiözese von 2001 bis 2006. In seine Amtszeit fielen nicht nur die Terroranschläge auf New York und Washington, sondern auch die US-Kriege im Irak und Afghanistan sowie der Missbrauchsskandal in der US-Kirche. Der Alterzbischof gilt als konservativ, aber nicht als Parteigänger des damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Trotz Übereinstimmungen etwa beim Lebensschutz oder beim Thema Wissenschaftsethik begleitete McCarrick Bushs Präsidentschaft (2001-2009) und vor allem seinen außenpolitischen Kurs kritisch.

Geboren am 7. Juli 1930 in New York, machte McCarrick zunächst Karriere im Universitäts- und Bildungsbereich und wurde 1977 zum Weihbischof in New York ernannt. 1981 wechselte er als Diözesanbischof ins neu gegründete Bistum Metuchen und 1986 als Erzbischof nach Newark, wo ihn im Herbst 2000 die Ernennung zum Hauptstadterzbischof erreichte. Im Februar 2001 machte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal.

(kna/vatican news - pr)

21 Juni 2018, 09:16