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Katholiken auf den Philippinen Katholiken auf den Philippinen  (AFP or licensors)

Philippinen: Priester am Altar erschossen

Es ist der dritte ermordete Geistliche innerhalb von sechs Monaten. Nun wird im Land über die Bewaffnung der Priester zur Selbstverteidigung diskutiert. Die Bischöfe haben dazu eine klare Meinung.

In einer Kirche auf den Philippinen ist ein katholischer Priester kurz vor Beginn seiner Messe erschossen worden. Unbekannte hatten durch ein Fenster vier Schüsse auf den am Altar stehenden 44-Jährigen Pater Richmond Nilo abgegeben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Tat hatte sich am Sonntagabend in Zaragoza rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila ereignet. Der Hintergrund war zunächst unklar. Es war bereits der dritte tödliche Angriff auf einen Priester binnen sechs Monaten.

Die Bischöfe der Philippinen zeigten sich entsetzt über den „brutalen Mord“. „Wir fordern einmal mehr die Polizei auf, schleunigst zu ermitteln, die Täter dieses abscheulichen Verbrechens zu verfolgen und sie vor Gericht zu bringen“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. Darin drücken die Bischöfe auch der Familie von Nilo, seiner Gemeinde und dem Bistum Cabanatuan ihr Beileid aus.

Die Philippinen mit ihren mehr als 100 Millionen Einwohnern sind ein mehrheitlich römisch-katholisches Land. Dennoch werden Geistliche immer wieder zum Ziel von Gewaltverbrechen. Noch in der vergangenen Woche hatte der 64-jährige Rey Urmeneta ein Attentat durch zwei Angreifer in Calamba City knapp überlebt. Den vorgebrachten Vorschlag, Priester zur Selbstverteidigung zu bewaffnen, lehnt die Bischofskonferenz jedoch strikt ab.

(kna – mg)

11 Juni 2018, 12:49