Beta Version

Cerca

Vatican News
Kinder: Opfer von Krieg und Gewalt auch im Jemen Kinder: Opfer von Krieg und Gewalt auch im Jemen  (AFP or licensors)

Jemen: Apostolischer Vikar ruft zu Gebet auf

Zu einem Gebetstag am kommenden Samstag für den Frieden im Jemen hat der Schweizer Bischof Paul Hinder, Apostolischer Vikar für Südarabien, aufgerufen.

Wie der "Osservatore Romano" am Mittwoch berichtet, bezieht Hinder sich dabei auf Papst Franziskus. Der Papst hatte am Sonntag die internationale Gemeinschaft aufgerufen, alles zu tun, damit Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien im Jemen aufgenommen werden. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass sich die ohnehin tragische menschliche Lage dort weiter verschlechtere.

Die Opfer - und die Märtyrer - nicht vergessen

 

Die Stimme des Papstes sei die einzige, die im Nahen Osten noch einen gewissen Einfluss haben könne, so Hinder. Er hoffe dank des Aufrufes auf konkrete Entscheidungen. Der Gebetstag solle dazu beitragen, die Opfer dieses Konflikts nicht zu vergessen und auch nicht die Märtyrer der christlichen Gemeinschaft.

In New York befasst sich derzeit der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Krieg im Jemen. Der UNO-Vermittler für das Land, Martin Griffiths, hofft die aktuell gescheiterten Friedensverhandlungen fortsetzen zu können. Sein Ziel scheint es weiter zu sein, die Rebellen davon zu überzeugen, die Stadt Hudaida unter UNO-Verwaltung zu stellen. Die von Saudi-Arabien und den Emiraten unterstützte Allianz hat die Huthi-Rebellen in der Hafenstadt Hudaida stark angegriffen.

“ Schlüsselposition der umkämpften Hafenstadt Hudaida ”

Über Hudaida laufen Medienberichten zufolge mehr als 70 Prozent der dringend benötigten humanitären Hilfe sowie die Versorgung der von Huthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa. 

Gesundheitsversorgung im Jemen ist nahezu zusammengebrochen

 

Die politische Lage im Jemen, dem ärmsten Staat der Arabischen Halbinsel, ist verfahren. Schiitische Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Zentralregierung liefern sich seit Jahren einen Kampf um Macht, Einfluss und Öl. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition fliegt seit 2015 Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt die Zentralregierung. Weitere arabische Staaten, die USA, Großbritannien und Frankreich sind ebenfalls beteiligt. Der mehrheitlich schiitische Iran unterstützt die Huthi.

Infolge des Bürgerkriegs und der Abriegelung von Grenzen durch Saudi-Arabien ist die Gesundheitsversorgung im Land nahezu zusammengebrochen. Seit Beginn des Bürgerkrieges sind rund 10.000 Menschen gestorben. Rund 22 Millionen benötigen nach Angaben von Hilfsorganisationen humanitäre Hilfe, acht Millionen Betroffenen drohe der Hungertod.

(kap/diverse - ck)

20 Juni 2018, 12:30