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Palästinenser protestieren gegen verlegte Botschaften Palästinenser protestieren gegen verlegte Botschaften  (AFP or licensors)

Israel: Nach Jerusalem verlegte Botschaften sind ein Risiko

Eine weitere ausländische Botschaft in Israel ist von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt: die von Paraguay. Das ist ein Risiko für den weiteren Verlauf des Friedensprozesses, heißt es von der katholischen Kirche im Heiligen Land.

Nach den USA und Guatemala hat am Montag nun auch Paraguay den Schritt vollzogen, die diplomatische Vertretung nach Jerusalem zu verlegen. In der aufgeheizten Lage fanden in diesen Tagen mehr als 60 Palästinenser den Tod. „In der Gesellschaft von Jerusalem ist ein Klima der Ungewissheit über die Zukunft und über einen Weg zum Frieden zu spüren; viele glauben, dass diese Vorgänge rund um die Botschaftsverlegungen und die darauffolgenden Ausschreitungen den Weg des Dialogs und des Friedens schwächen", sagte im Gespräch mit Vatican News der katholische Priester Donaciano Paredes; der Mexikaner gehört als Rektor des franziskanischen Seminars in Jerusalem der Kustodie des Heiligen Landes an.

Hier unser Beitrag zum Hören:

Inzwischen bereitet sich auch Honduras als mit den USA befreundete Nation auf eine Botschaftsverlegung vor. „Das wird die Hindernisse weiter erhöhen“, sagte Pater Paredes. „Und das ist eine Lektion. Sie zeigt uns, wie nötig es ist, uns ernsthaft einzusetzen, um solche Aktionen oder Entscheidungen zu vermeiden, denn sie spalten die Völker. Sie schaffen Hass und Gewalt, und sie nähern uns keinesfalls dem an, wofür wir hier andauernd beten: für Frieden.“

Das muss die übrigen Staaten zum Nachdenken bringen

 

Der Franziskaner hält es für möglich, dass die blutigen Ausschreitungen durch die Verlegung weiterer Botschaften neue Nahrung erhalten. Das müsse jene Staaten zum Nachdenken bringen, die sich ebenfalls mit dem Gedanken tragen, ihre diplomatischen Vertretungen in die Heilige Stadt zu verlegen.

In den vergangenen Jahrzehnten war es international üblich, dass Staaten ihre diplomatischen Vertretungen in Israel in Tel Aviv ansiedeln. US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember mit der bisherigen Praxis gebrochen und den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem angeordnet. Die umstrittene Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am 14. Mai führte zu den schwersten Unruhen im Heiligen Land seit mehreren Jahren.

(Vatican News – gs)

22 Mai 2018, 12:46