Beta Version

Cerca

VaticanNews
Franziskus empfängt Angehörige der pakistanischen Christin Asia Bibi: 24. Februar 2018 im Vatikan Franziskus empfängt Angehörige der pakistanischen Christin Asia Bibi: 24. Februar 2018 im Vatikan  (Vatican Media)

Pakistan: Hoffnungsschimmer für Todeskandidatin Asia Bibi

Im Fall der pakistanischen Christin Asia Bibi, die wegen Blasphemie zum Tod verurteilt wurde, gibt es neue Bewegung.

Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs erklärte gegenüber Bibis Anwalt, er werde bald einen Termin für die immer wieder verschobene Berufungsverhandlung festlegen und dabei selbst den Vorsitz führen. Das melden pakistanische Medien.

 

Am Freitag hatten in Pakistan zahlreiche Christen an einem Gebets- und Fasttag für die fünffache Mutter teilgenommen, die seit 2009 im Gefängnis sitzt. „Unsere Hoffnung und unser Herz sind bei Asia Bibi. Wir bitten Gott um ihre Freiheit und den Frieden", sagte der katholische Erzbischof von Lahore, Erzbischof Sebastian Shaw. Ende Februar hatte Papst Franziskus den Ehemann und die jüngste gemeinsame Tochter, Eisham, im Vatikan empfangen.

 

2010 wurde Asia Bibi als erste Frau in Pakistan zum Tod verurteilt

 

Asia Bibi ist das bekannteste Opfer der umstrittenen Blasphemiegesetze in Pakistan. Zwei muslimische Arbeitskolleginnen hatten der Christin 2009 vorgeworfen, sich beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert zu haben, was sie selbst bestreitet. 

Im November 2010 wurde Asia Bibi als erste Frau in Pakistan zum Tod verurteilt. Das 2010 ausgesprochene Todesurteil durch Strang wurde zunächst 2014 vom Berufungsgericht in Lahore bestätigt. 2015 setzte der Oberste Gerichtshof die Todesstrafe aus und machte damit den Weg frei für die erneute Anhörung.

Im Oktober 2016 wurde die Berufungsverhandlung vertagt, nachdem sich einer der beteiligten Richter für befangen erklärt hatte. Seither kam kein neuer Gerichtstermin zustande.

Der Fall Asia Bibi ist in Pakistan emotional, religiös und politisch außerordentlich aufgeladen. Aus Angst vor Lynchjustiz, die in dem Land regelmäßig vorkommt, haben Beamte und Richter Vorbehalte, sich mit dem Fall der Christin zu beschäftigen.

(kap - gs)

28 April 2018, 10:53