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Gegen Kardinal Pell wird derzeit in Australien wegen sexuellem Missbrauch ermittelt. Am Dienstag wird entschieden, ob es zur Anklage kommt Gegen Kardinal Pell wird derzeit in Australien wegen sexuellem Missbrauch ermittelt. Am Dienstag wird entschieden, ob es zur Anklage kommt  (AFP or licensors)

Australien: Gericht entscheidet über Anklage gegen Kardinal Pell

Der australische Kurienkardinal und Finanzchef des Vatikans, George Pell, ist Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt. Am Dienstag entscheidet ein Gericht in Melbourne darüber, ob es zur Anklage gegen den 76-Jährigen kommen wird.

Am Dienstag entscheidet ein Gericht in Melbourne über eine mögliche Anklageerhebung wegen sexuellen Missbrauchs gegen Kurienkardinal George Pell. Das berichtete die Katholische Nachrichtenagentur (KNA).

Vier Wochen hatten die Anhörungen vor Richterin Belinda Wallington in Melbourne gedauert. Sie endeten an Gründonnerstag. Robert Richter, Pells Anwalt, erklärte dabei, die Vorwürfe gegen seinen Mandaten seien „Produkte der Fantasie, psychischer Probleme oder reine Erfindungen“. Richter sagte weiter: „Pell repräsentiert das Gesicht der katholischen Kirche. Als prominente Person wurde er offensichtlich zum Ziel von Anschuldigungen, die nicht wahr sind, sondern als Strafe dafür konstruiert wurden, dass er viele Jahre lang sexuellen Missbrauch nicht verhindert hat.“ Seinen Posten als Finanzchef des Vatikan lässt Pell während des Verfahrens ruhen.

Die Anhörung vor dem weltlichen Gericht im März 2018 war reich an Überraschungen. Wenige Tage vor Beginn zog die Staatsanwaltschaft nach dem Krebstod von Zeuge Damian Dignan eine der zentralen Anklagepunkte zurück. Dignan hatte mit seinen Vorwürfen das Verfahren ins Rollen gebracht. Im Laufe der Anhörung musste die Staatsanwaltschaft weitere Klagepunkte fallen lassen, nachdem einer der Zeugen aus „medizinischen Gründen“ nicht aussagen konnte. Wie viele Anklagepunkte es insgesamt noch gibt und was Pell konkret zur Last gelegt wird, ist bislang immer noch nicht öffentlich. Pells Anwalt Richter fordert die Einstellung des Verfahrens, die Staatsanwalt die Eröffnung des Hauptverfahrens. Die Entscheidung darüber wird am Dienstag fallen.

Als Erzbischof von Melbourne (1996-2001) und später von Sydney (2001-2014) wurde Pell zum Gesicht der katholischen Kirche Australiens, obwohl er nie Vorsitzender der Bischofskonferenz war. 

(kna – nv)

30 April 2018, 12:30