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Ukraine Ukraine  (AFP or licensors)

Caritas-Direktor: „Erfolgsmodell Ukraine“ wäre Ende für „System Putin“

Trotz Krieg im Osten gibt es Hoffnung in der Ukraine, gerade dank den ökumenischen Beziehungen der unterschiedlichen christlichen Kirchen. Wie der ukrainische Caritaspräsident im „Kathpress“-Interview betont, gebe es für die Ukraine keine Alternative zur westlichen Orientierung. Er würdigt alle Kirchen im Land, die sich um Frieden bemühen.
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Die Ukraine ist nach den Worten ihres Caritaspräsidenten Andrij Waskowycz eindeutig Richtung Westen orientiert. „Für eine Demokratie nach westlichem Vorbild, für Menschenrechte, für eine freie Wirtschaft und für eine starke Zivilgesellschaft. Für all das haben sich die Menschen auf dem Maidan eingesetzt“, so Waskowycz im „Kathpress“-Interview. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle aber mit allen Mitteln ein „Erfolgsmodell Ukraine“ verhindern. „Denn wenn wir wirtschaftlich, politisch und zivilgesellschaftlich Erfolg hätten und die Russen das sehen, dann könnte das auch das Ende des Systems Putin in Russland bedeuten“, so Waskowycz unter Verweis auf den Krieg im Osten der Ukraine.

Für die Menschen in der Ukraine gebe es zur Orientierung Richtung Westen aber keine Alternative, denn: „In der Ukraine kennt man das alternative Modell, nämlich einen autoritären, von Oligarchen bestimmten Staat. Und davon will man weg.“ Das bedeute freilich nicht auf der anderen Seite gleich die völlige politische Integration in die Europäische Union, stellte Waskowycz klar. „Aber es geht um den Weg Richtung Westen.“

 

Katholische Soziallehre

 

Der Caritaspräsident verwies auf zentrale Prinzipien der Katholischen Soziallehre wie Solidarität und Gemeinwohl: „Der Mensch muss im Mittelpunkt der Politik stehen.“ Damit sei im Prinzip schon alles über die gewünschte Ausrichtung des Landes gesagt.

Auf den seit 2014 tobenden Krieg in der Ostukraine und die Rolle der Kirchen angesprochen, betonte Waskowycz, dass alle Kirchen im Land eine wichtige Rolle bei den Friedensbemühungen spielen würden. Keine Kirche lässt sich nach Ansicht des Caritaspräsidenten in den politischen Konflikt hineinziehen. „Bisher wurde zwischen den Kirchen immer ein Konsens gefunden, der auf die Erhaltung des Friedens ausgerichtet war.“ Dabei sehe die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP) die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland sicher ganz anders als etwa die Griechisch-Katholische Kirche im Land. Trotzdem könne man immer wieder zusammenfinden, zollte Waskowycz den kirchlich Verantwortlichen Respekt. Nachsatz: Auch die anderen Religionsgemeinschaften im Land, etwa die Muslime, würden an einem Strang ziehen.

 

Christlicher Glaube als wesentliche Ressource

 

Der christliche Glaube sei dabei aber eine der ganz wesentlichen Ressourcen des Landes, wenn es um die Aufgabe von friedensbildenden Maßnahmen, Vertrauen und Versöhnung geht, zeigte sich der Caritaspräsident überzeugt. Freilich: „Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Fakten zum Konflikt auf den Tisch kommen und von allen Seiten anerkannt werden.“

In der Ukraine gibt es drei orthodoxe Kirchen: die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP), die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats (UOK-KP) und die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (UAOK). Dazu kommen die Ukrainische griechisch-katholische Kirche, die mit Rom verbunden ist, sowie die Römisch-katholische Kirche. Und es gibt noch einige Kirchen der reformatorischen Tradition. Insgesamt bekennen sich rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer zu einer der drei orthodoxen Kirche.

(kap – mg)

31 März 2018, 11:47