Beta Version

Cerca

VaticanNews
Präsident Ramaphosa will die Mehrwertsteuer anheben. Präsident Ramaphosa will die Mehrwertsteuer anheben.  (AFP or licensors)

Südafrika: „Die Erhöhung der Mehrwertsteuer trifft vor allem die Armen"

Die Südafrikanische Bischofskonferenz kritisiert den Haushaltsplan des neuen südafrikanischen Präsidenten, Cyril Ramaphosa. Die Sparmaßnahmen träfen genau die Falschen.

Die Bischöfe der SACBC kritisieren laut der Nachrichtenagentur fides, die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von 14 auf 15 Prozent. „Es mag wahr sein, dass die Mitglieder der Mittelklasse und der Reichen tatsächlich den Großteil der Mehrwertsteuer zahlen, aber nur, weil sie mehr und teure Waren kaufen. Doch für sie ist ein Prozent mehr kein Problem“, heißt es in einer Erklärung der Bischöfe, „Aber Menschen, die überlegen müssen, ob sie ein Paar billige Kinderschuhe kaufen oder zu Abend essen wollen, werden besonders betroffen sein.“

Ab dem 1. April soll die Mehrwertsteuer auf 15 Prozent steigen. Es gibt jedoch eine Ausnahmeregelung für 19 Grundnahrungsmittel. Nach Ansicht der Bischöfe sollte die Liste der von der Mehrwertsteuer befreiten Produkte um billige Kleidung, Schulmaterial und grundlegende Hygieneartikel ausgeweitet werden. Der Ministerrat erwägt die Möglichkeit, die Liste der von der Mehrwertsteuer befreiten Lebensmittel zu erweitern, um die Auswirkungen einer Erhöhung des Steuersatzes um einen Prozentpunkt auf die Armen zu mildern.

„Die Armen werden auch stärkster als die Reichen vom Anstieg der Benzinpreise und der Transportkosten betroffen sein", betonen die Bischöfe. Sie befürchten generell, dass ein Großerteil der Kürzungen die Finanzhilfen an die Provinzen und Gemeinden für Infrastrukturprojekte betrifft. Negative Auswirkungen auf die Beschäftigung in Sektoren wie Baugewerbe und Verkehr seien daher zu erwarten. Somit seien voraussichtlich Projekte betroffen, die die Lebensqualität der Menschen hätten verbessern sollen.

Doch die Bischöfe sehen auch Signale der Hoffnung. Das Haushaltsloch, das Präsident Jacob Zuma in den Staatskassen hinterlassen hat, könnte gefüllt werden.

„Die nächsten Wochen und Monate werden uns zeigen, ob und wie diese Aufgaben bewältigt werden sollen“, so die Bischöfe abschließen.

(fides - nv)

02 März 2018, 16:16