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Mit Aktiengeschäften hat das Bistum Maribor große Verluste gemacht - der Bischof steht nun vor Gericht Mit Aktiengeschäften hat das Bistum Maribor große Verluste gemacht - der Bischof steht nun vor Gericht  (AFP or licensors)

Slowenien: Früherer Erzbischof von Maribor steht vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft wirft dem emeritiertem Erzbischof Kramberger Untreue im Zusammenhang mit Aktiengeschäften vor.

Der emeritierte slowenische Erzbischof Franc Kramberger steht ab dem 5. April wegen umstrittener Aktiengeschäfte vor Gericht. Diese Geschäfte sollen sich während seiner Amtszeit an der Spitze der Erzdiözese Maribor, im Nordosten Sloweniens, zugetragen haben. Laut Anklage soll die Erzdiözese bei dubiosen Transaktionen in den Jahren 2003 und 2004 rund 1,2 Millionen Euro gesetzeswidrig verdient haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft Kramberger laut der slowenischen Nachrichtenagentur STA Untreue vor. Der mittlerweile 81-jährige Alt-Erzbischof hat im Zuge des Verfahrens bestritten, direkt für die Aktiengeschäfte verantwortlich gewesen zu sein. Neben Kramberger, der bereits als Erzbischof von Maribor zurückgetreten war, sind im aktuellen Fall drei weitere Männer wegen Untreue angeklagt.

Konkret geht es um dubiose Transaktionen mit Aktien des slowenischen Verlagshauses „Mladinska knjiga“. 2003 soll die Erzdiözese Wertpapiere des Unternehmens von einer kirchlichen Investitionsfirma erworben und nur einen Tag später mit einem Gewinn von rund 600.000 Euro weiterverkauft haben. Eine ähnlicher Vorgang im Jahr 2004 brachte ebenfalls 630.000 Euro Profit. Die früheren Manager jener Unternehmen, die von der Erzdiözese die Aktien gekauft haben, sind nun ebenfalls angeklagt.

Die katholische Kirche in Slowenien war ab Ende der 2000er Jahre durch einen großen Finanzskandal in eine schwere Krise gestürzt, die auch den Vatikan zum Eingreifen zwang. Eine 2007 eröffnete Untersuchung hatte aufgedeckt, dass die Erzdiözese Maribor mehrere Investmentfonds und ein eigenes Firmenimperium gegründet und hierbei eine große Geldsumme verloren hatte. Nach Medienberichten soll sich der Gesamtschaden auf mehrere Hundert Millionen Euro belaufen haben.

Vor drei Jahren teilten die Diözesen Maribor und Graz-Seckau mit, dass die wirtschaftliche Sanierung der in die Krise geschlitterten slowenische Erzdiözese Maribor auf Schiene sei. 

(KAP – nv)

23 März 2018, 11:31