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Präsident Maduro überwacht Militärübung in Venezuela Präsident Maduro überwacht eine Militärübung in Venezuela  (ANSA)

Venezuela: Erzbischof fordert Regierung zum Handeln auf

Anstatt auf antidemokratische Weise die Bevölkerung weiter zu belasten, solle die venezuelanische Regierung lieber versuchen, die wirtschaftliche Misere des Landes zu bekämpfen. Das fordert Kardinal Jorge Urosa Savino, Erzbischof von Caracas, in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur Fides vorliegt.

Die Probleme des Landes zeigten sich am stillstehenden Verkehr, der hohen Inflation, astronomischen Preisen, Hungersnöten und mangelnder medizinischer Versorgung. Es könne nicht sein, dass die Regierung weiterhin versuche absolute Macht zu bekommen und gleichzeitig Kinder an Unterernährung sterben würden, sagte der Erzbischof.  

Wie dramatisch die Situation in Venezuela derzeit ist, zeigt die „National Survyy of Living Venezuela Population“ (ENCOVI). Darin heißt es, dass sich das Leben der gesamten Bevölkerung signifikant verschlechtert habe. Die Studie wurde von den drei führenden Universitäten des Landes durchgeführt. Es wurden über 6.000 Familien aus dem ganzen Land befragt. Dabei zeigte sich ein Anstieg der Armutsrate um 5,2 Prozent zwischen 2016 und 2017 auf insgesamt 87 Prozent. Das bedeutet, dass fast 9 aus 10 Familien nicht die finanziellen Mittel besitzen um auch nur einen minimalen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Oft fehlt es bereits am Geld für den Wocheneinkauf. Auch ein Anstieg an Gewalt sei zu verzeichnen. Besonders junge Leute seien betroffen. Jeden Tag sterben 43 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 29 Jahren.

Das Misstrauen in den Staat ist groß. Obwohl jeder 5. Venezuelaner Opfer eines Verbrechens wird, bevorzugen es 65 Prozent damit nicht zur Polizei zu gehen. Die Anzahl der Menschen ohne Krankenversicherung stieg um 20 Prozent seit 2014. Mittlerweile sind 68 Prozent der Venezuelaner unversichert.

Die verschiedenen Probleme, der Verkehr, mangelnde Versorgung mit Lebensmittel, führe auch dazu, dass 4 von 10 Kindern in Venezuela aufhören würden zur Schulde zu gehen.

(fides - fh)

26 Februar 2018, 16:42