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Norditalien: Eiseskälte Norditalien: Eiseskälte  (ANSA)

Italien: Südtiroler Bischof gegen „egoistischen Nationalismus“

In Südtirol sorgt ein Wahlaufruf des Brixener Diözesanbischofs Ivo Muser vor den italienischen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag für Debatten.

Muser warnt in seinem Schreiben zum kirchlichen „Tag der Solidarität", der dieses Jahr mit dem Wahltag am 4. März zusammenfällt, vor Populismus und Nationalismus. Stattdessen mahnt er zu „grenzenloser Solidarität" und einem politischen Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Ob eine Partei für Christen wählbar sei, sollten die Gläubigen anhand eines Zwölf-Fragen-Kataloges bewerten, so der Bischof, der auf eine „engagierte Wahlbeteiligung" hofft.

Immer mehr Menschen reagierten auf die „auf dem Scherbenhaufen neoliberal-kapitalistischer Politik" wachsende Ungerechtigkeit und Ausgrenzung mit „vereinfachendem Populismus und egoistischem Nationalismus oder oft falsch verstandenem Patriotismus", so Musers Beobachtung. Er plädiert für einen anderen Weg, nämlich eine gemeinwohlorientierte, sozial ausgleichende und ökologisch nachhaltige Politik.

Die Antwort auf die weit verbreitete Resignation in der Gesellschaft sowie auf Neid und Hass könne nur Nächstenliebe sein, nicht aber „die Abnabelung der Wohlstandsgesellschaft durch das Bauen von Zäunen zum Ausgrenzen der Ärmsten", betont der Bischof, der ausdrücklich vor Rassismus und Nationalismus warnt. Frieden sei langfristig nur möglich, „wenn die Vielfalt der Kulturen und Religionen als Reichtum gesehen wird".

(kap – gs)

26 Februar 2018, 14:07