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Paolo Gentiloni Paolo Gentiloni  (AFP or licensors)

Italien: Lob für den Papst

Italiens scheidender Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat Papst Franziskus als eine „außergewöhnliche Quelle der Inspiration“ gewürdigt.

Für eine weltliche Regierung wie die Italiens biete das Kirchenoberhaupt durch seine seelsorgliche Arbeit und seine Botschaften viele Anregungen, sagte Gentiloni bei einer Pressekonferenz zum Jahresende in Rom.

 

Momente der Enttäuschung

 

Es könne zwar auch „Momente der Enttäuschung“ geben; doch gebe es eine selbstverständliche Zusammenarbeit beider Staaten, wird der Politiker von italienischen Medien am Donnerstag zitiert.

Unterschiedliche Ansichten gebe es etwa über die Patientenverfügung, zu der die katholische Kirche eine andere Position habe, so der Regierungschef. Er attestierte der Kirche aber auch umgekehrt eine „Haltung großen Respekts gegenüber den Entscheidungen des italienischen Parlaments“.

Italien hatte im Dezember einen Gesetzentwurf zur Patientenverfügung verabschiedet. Demnach können Bürger für Ärzte und Krankenhäuser bindend festlegen, wie sie in schweren Krankheitsfällen behandelt werden wollen. Das schließt auch eine Ablehnung einzelner Therapiemaßnahmen sowie künstlicher Ernährung ein.

 

Gegen Therapie um jeden Preis

 

Die katholische Kirche ist gegen eine „Therapie um jeden Preis“, zählt jedoch künstliche Ernährung nicht dazu. Der Vatikan und die katholische Kirche in Italien fordern für Ärzte und Mitarbeiter katholischer Einrichtungen eine Widerspruchsmöglichkeit aus Gewissensgründen.

In Italien gab es bislang kein Gesetz zur Patientenverfügung, anders als etwa in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Der Gesetzentwurf war bereits im April von der Abgeordnetenkammer verabschiedet worden. Das Verfahren zog sich aber wegen mehrerer Änderungsanträge hin.

(kap pr)

29 Dezember 2017, 11:16