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Pizzaballa (links) mit dem Nuntius in Israel, Girelli(Mitte), und Patton (rechts) in Jerusalem Pizzaballa (links) mit dem Nuntius in Israel, Girelli(Mitte), und Patton (rechts) in Jerusalem  (AFP or licensors)

Heiliges Land: „Keine Angst haben vor der Pilgerreise“

Die Führer der christlichen Kirchen rufen kurz vor Weihnachten zu Pilgerfahrten ins Heilige Land und zum Frieden auf.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Jerusalem ist eine Mutter, die keines ihrer Kinder ausschließt“, sagt der Guardian der Geburtskirche von Betlehem, der Franziskaner Artemio Vítores González, dem Hilfswerk „Kirche in Not“. „Das sind zwar schwierige Zeiten, aber leider ist das ja nichts Neues.“ Die Christen aus aller Welt sollten nicht nachlassen, Pilgerfahrten zu den Heiligen Stätten durchzuführen. „Dadurch bringen sie den Christen im Land Jesu Trost und Unterstützung.“

Den gleichen Tenor hat eine gemeinsame Videobotschaft von Erzbischof Pierbattista Pizzaballa und Francesco Patton. Der Erstgenannte ist Apostolischer Administrator des Jerusalemer Patriarchats, Patton hingegen ist Kustos des Heiligen Landes; Franziskaner sind sie beide.

„Jerusalem ist in diesen Tagen wieder in den Medien der ganzen Welt präsent“, so Pizzaballa, „leider immer mit Bildern der Gewalt und der Spaltung. Das hat viele Pilger abgeschreckt, die eigentlich vorhatten, nach Jerusalem zu ziehen. Wir glauben, dass es gut ist, Ihnen allen, die Sie Jerusalem im Herzen tragen, zu sagen: Eine Pilgerfahrt ins Heilige Land ist sicher. Die Bilder, die Sie im Fernsehen gesehen haben, täuschen über die Tatsache hinweg, dass Jerusalem im Moment schön, ruhig und gelassen ist.“

[ Solidarität zeigen mit Christen vor Ort ]

Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem einseitig als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hat zwar durchaus zu Protesten und Gewalt im Heiligen Land geführt. Aber im Gazastreifen und auf der israelisch besetzten Westbank, nicht aber direkt in Jerusalem.

„Wir laden Sie darum ein, noch einmal über eine Pilgerreise nach Jerusalem nachzudenken. Das ist eine wunderschöne Erfahrung des Glaubens und eine wichtige, schöne Art, Solidarität mit der christlichen Gemeinschaft des Heiligen Landes zu zeigen.“

„Wir laden Sie ein, zu kommen“, sagt Pater Patton, Kustos des Heiligen Landes: „Führen Sie Ihre Pilgerreise durch, und vertrauen Sie sich dabei Gott an! Sie können ganz beruhigt ins Heilige Land kommen. Wir leben hier, wir sehen jeden Tag, wie die Lage wirklich ist. Die Pilger werden hier respektiert und geliebt, es gibt für sie keine Schwierigkeiten oder Gefahren. Durch eine solche Geste des Glaubens, den eine Pilgerreise bedeutet, unterstützen und ermutigen Sie außerdem die kleine christliche Gemeinschaft, die im Heiligen Land lebt. Haben Sie also keine Angst und kommen Sie an die Heiligen Stätten, wo Jesus für uns geboren wurde und für uns sein Leben hingegeben hat!“

Auch wenn die Videobotschaft von Weihnachtsmusik unterlegt wird – der Ton macht doch deutlich, dass sie eigentlich ein Hilferuf ist. Die Christen im Heiligen Land – in der Regel Palästinenser oder Ausländer – sind auf den Strom von Touristen, Pilgern und Besuchern angewiesen, schon wirtschaftlich.

Eine Einladung ins Heilige Land
24 Dezember 2017, 10:36