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Kirche in Ägypten unter Attacke Kirche in Ägypten unter Attacke  (AFP or licensors)

Ägypten: Terroranschlag auf Kirche

Bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche nahe der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind am Freitag laut Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden.

Bei dem Angriff auf die Mar-Mina-Kirche im rund 25 Kilometer südlich von Kairo gelegenen Ort Helwan seien acht Christen und ein Muslim ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums nach Angaben der Zeitung „Al Ahram“. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden.

Laut örtlichen Medienberichten sollen zwei bislang unbekannte bewaffnete Angreifer versucht haben, in das Gotteshaus einzudringen. Einer der Täter wurde den Angaben zufolge von Sicherheitskräften erschossen. Der andere habe fliehen können, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena unter Berufung auf eine Quelle aus dem ägyptischen Innenministerium.

 

Anhaltende Angst vor Anschlägen

 

„Die vielen Toten drohen für uns zu abstrakten Zahlen zu werden, wir riskieren, uns an die Attentate zu gewöhnen, unser Herz droht zu Stein zu werden“, kommentierte der emeritierte koptische Bischof von Guizeh, Anba Antonios Mina, die Bluttat gegenüber Fides: „Es stimmt nicht, dass die Terroristen Attentate verüben, um die Touristen zu erschrecken: sie wollen unser Lächeln auslöschen.“

Ägyptens Kirchen sind seit Monaten in Sorge wegen drohender Anschläge durch Islamisten. „Wir nähern uns schwierigen Zeiten. Ein Ereignis wird dem anderen folgen“, hatte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II., kürzlich gewarnt.

Im vergangenen Frühjahr waren bei Terroranschlägen am Palmsonntag auf die Markus-Kathedrale in Alexandria, dem Sitz des koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II., sowie auf die Georgs-Kirche in Tanta 45 Menschen getötet worden. Ende Mai ermordeten islamistische Terroristen bei einem weiteren Angriff auf einen mit Christen besetzen Bus nahe der Stadt Al-Minya mehr als 20 Menschen. Im November forderte ein Attentat auf muslimische Gläubige in einer Sufi-Moschee im nördlichen Sinai mehr als 300 Todesopfer.

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Realistische Angaben über Mitgliederzahlen schwanken zwischen 7 und 10 Millionen unter den rund 95 Millionen Einwohnern. Nach dem Sturz von Ägyptens Diktator Hosni Mubarak 2011 wurde die Lage für die Christen unter der Herrschaft der Muslimbruderschaft (bis 2013) zunehmend prekär.

(kap pr)

29 Dezember 2017, 14:07