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Nach christlicher Überlieferung wurde Petrus im römischen Zirkus des Nero gekreuzigt (Fresko von Michelangelo) Nach christlicher Überlieferung wurde Petrus im römischen Zirkus des Nero gekreuzigt (Fresko von Michelangelo) 

Ab Oktober: Petrus-Videoshow auf Fassade von St. Peter

Der Vatikan will mit einer Reihe von Initiativen auf das Heilige Jahr 2025 vorbereiten. Dazu gehört unter anderem ein Video über den heiligen Petrus, das zwei Wochen hindurch abends auf die Fassade des Petersdoms projiziert werden soll.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Ich warf das Netz am See von Galiläa aus – da bin ich Ihm begegnet. Er sagte zu mir: Folge mir nach! Da habe ich sofort das Boot und die Netze verlassen und bin Ihm gefolgt.“

So wird sich das anhören, vom 2. Oktober an. Aber vor allem die Bilder dazu dürften spektakulär sein: So eine Video-Show auf der Fassade von St. Peter hat es vor ein paar Jahren schon einmal gegeben, damals war Franziskus‘ Umwelt-Enzyklika Laudato si‘ das Thema. Die Bilder aus der Natur, die man vom Petersplatz aus überlebensgroß vor sich sah, waren einfach atemberaubend.

Überdimensionale Kino-Leinwand: Die Fassade von St. Peter
Überdimensionale Kino-Leinwand: Die Fassade von St. Peter

„21 Uhr ist ein bisschen zu spät für den Papst...“

Auch wenn die Aktion damals auch von einigen kritisiert wurde, weil sie sie als der Würde des Petersplatzes abträglich empfanden, soll es jetzt also eine Neuauflage geben, diesmal mit dem hl. Petrus im Zentrum. Der Papst hat das genehmigt, beteuerte Kardinal Mauro Gambetti, Franziskus‘ Generalvikar für die Vatikanstadt, an diesem Dienstag vor Journalisten.

„Ich weiß nicht, ob er in irgendeiner Form mitmachen wird, denn 21 Uhr ist ein bisschen spät für ihn – er zieht sich normalerweise früh zurück… Ich weiß es nicht! Wir werden sehen…“

Kardinal, Franziskaner und Hausherr von St. Peter: Mauro Gambetti
Kardinal, Franziskaner und Hausherr von St. Peter: Mauro Gambetti

Täglich neun Mal auf der Fassade

„Folge mir nach – das Leben des Petrus“ heißt die Videoshow mit Bildern aus dem Petersdom und den Vatikanischen Museen; sie dauert acht Minuten, bietet auch 3-D-Effekte und wurde vom italienischen „Mosaico Studio“ erstellt. Zwischen dem 2. und dem 16. Oktober wird sie zwischen 21 und 23 Uhr täglich neun Mal auf der Fassade der Petersbasilika zu sehen sein.

„Wir bewegen uns auf das Heilige Jahr zu, bei dem wir mehr als 30 Millionen Pilger und Besucher hier in Rom erwarten“, erklärt Kardinal Gambetti. „Wir können uns vorstellen, dass sie die Heilige Pforte durchschreiten wollen… Darum ist es wichtig, dass sie die Kirche als eine Mutter erleben, die alle aufnimmt und jedem ein Wort zu sagen hat. Daher haben wir überlegt, das Bild der Kirche ein bisschen zu entstauben und ihre Ursprünge wieder sichtbarer zu machen: die Kirche, gegründet auf Petrus und auf sein Bekenntnis zu Christus als dem Sohn des lebendigen Gottes.“

Petrusstatue auf dem Petersplatz
Petrusstatue auf dem Petersplatz

Petruswege und Petrus-Vortrag

Der Vatikan will also Petrus neu erzählen, die Geschichte des aufbrausenden Fischers aus Betsaida, der zum Apostel wurde und unter dem Petersdom begraben liegt. Das Video ist nur eine von vielen geplanten Initiativen, die nach Angaben von Kardinal Gambetti den Titel haben ‚Weg der Kunst und des Glaubens‘. Der „pastorale Weg“ soll auch die Besucher von St. Peter begleiten.

„Zu diesem Parcours wird eine Reihe von Vorträgen in der Basilika gehören; den ersten namens Lectio Petri wird Kardinal Ravasi am 25. Oktober halten. Außerdem wird es von Dezember an jeden Monat geistliche Wege an Orten in Rom, die mit Petrus verbunden sind, geben, in Zusammenarbeit mit dem Generalvikariat des Bistums Rom. Das Ganze wird zum Hochfest Peter und Paul hinführen.“

Pfarrer von St. Peter: Agnello Stoia
Pfarrer von St. Peter: Agnello Stoia

„Wir wollen die Menschen mit dem Beispiel von Simon Petrus begleiten“

Kardinal Ravasi ist der Kulturverantwortliche des Vatikan, und das Hochfest Peter und Paul fällt jedes Jahr auf den 29. Juni. Ebenfalls geplant: ein tägliches Gebet am Petrusgrab in der Basilika, zusätzlich zum täglichen Rosenkranz, den es in der Basilika bereits gibt. Und ein Petrusweg nach dem Vorbild des Kreuzwegs: die ‚Via Petri‘, mit 12 Stationen (zwei weniger als ein Kreuzweg), die ab Oktober an mehreren Samstagen auf dem Petersplatz begangen werden soll.

„Wir wollen die Menschen mit dem Beispiel von Simon Petrus begleiten, um dem Herrn und ihren Mitmenschen zu begegnen. Sie sollen sich am Grab des Apostels und im Mittelpunkt der Kirche wirklich als Pilger fühlen, sich als Geschwister erkennen und mit einem Gefühl der Erneuerung wieder nach Hause aufbrechen können.“

Ungewöhnliche Zusammenarbeit

Der Pfarrer der Pfarrei von St. Peter, Agnello Stoia, legt nach: Millionen von Menschen besuchten Jahr für Jahr den Petersdom. „Für viele dieser Menschen – vor allem für die Christen unter ihnen - ist die Reise zum Petersdom die Reise ihres Lebens! Darum haben sich jetzt einige Einrichtungen der Vatikanstadt und des Bistums Rom zusammengetan; und auch wenn das seltsam klingt, aber so häufig ist eine solche Zusammenarbeit nicht.“

Die Ideen und Projekte bringen die Dombauhütte, das Domkapitel, die Pfarrei von St. Peter und die von Gambetti ins Leben gerufene Stiftung „Fratelli tutti“ zusammen – und auch das Bistum und die Stadt Rom. Denn wie erwähnt: Auch eine Art geistlicher Petrusweg soll sich auch durch die Ewige Stadt schlängeln.

„Wir sind noch dabei, das Programm auszutüfteln“

„Wir sind noch dabei, das Programm auszutüfteln. Die Idee besteht darin, von Dezember an jeden Monat ein Treffen zu veranstalten, immer an einem anderen Petrus-Ort in der Stadt Rom. Von Trastevere nach San Giovanni im Lateran, von der Via Sacra auf dem Forum zur Via Appia Antica. Den Schlusspunkt, um den großen Patron Roms zu ehren, wird eine Gebetswache am 28. Juni auf dem Petersplatz bilden, geleitet von den Kardinälen Gambetti und Ravasi. Mir scheint das eine schöne Initiative zu sein, auch ungewöhnlich mit ihrer Oeffnung hin zum Bistum und zur Stadt Rom.“

(vatican news)
 

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20. September 2022, 14:11