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Sollte abgeschafft werden: Erzbischof Paul R. Gallagher für eine atomwaffenfreie Welt Sollte abgeschafft werden: Erzbischof Paul R. Gallagher für eine atomwaffenfreie Welt 

Vatikan/UNO: Menschheit will Welt ohne Atomwaffen

Anlässlich des Internationalen Tages für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen hat der vatikanische Außenminister Erzbischof Paul Richard Gallagher vor den Vereinten Nationen gesprochen und daran erinnert, dass Militärausgaben jene Ressourcen verschlingen, die in Hilfe umgewandelt werden könnten.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Menschheit fordere nachdrücklich die Abschaffung von Atomwaffen, und die internationale Gemeinschaft müsse ihre Bemühungen fortsetzen, die Welt von der Bedrohung durch einen Atomkrieg zu befreien, betonte Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten des Heiligen Stuhls, anlässlich des UN-Tages für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen. Er sprach bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. In seinem Redebeitrag hob der Erzbischof hervor, dass sich insbesondere die politischen Führer der Länder dafür einsetzen sollten, die über ein Atomwaffenarsenal verfügen.

Abschreckung trägt zum Status quo bei

Für den Heiligen Stuhl gebe es zwei Faktoren, die zur Aufrechterhaltung des nuklearen Status Quo beitragen würden, merkte der Vatikanvertreter kritisch an. Auf der einen Seite stünde die Politik der Abschreckung, „die zu einem Wettrüsten führt und eine entmenschlichende Technologie hervorbringt, die das Misstrauen zwischen den Nationen aufrechterhält und verschärft“. Denn wie Papst Johannes XXIII. in Pacem in Terris geschrieben habe, bestünde der Frieden nicht in einer gerechten Verteilung der Waffen, sondern nur in gegenseitigem Vertrauen.

Reduzierung der Militärausgaben und Steigerung der Entwicklung

Auf der anderen Seite gebe es die immensen Ausgaben einiger weniger Staaten für die Entwicklung und Produktion von Atomwaffenarsenalen, „eine Quelle wachsender Ungleichheit sowohl innerhalb als auch zwischen den Nationen“, so Gallagher. „Da wir mit einer weltweiten Pandemie ungewisser Natur konfrontiert sind und sich die Auswirkungen des globalen Klimawandels verschlimmern, müssen die Staaten ihre Militärausgaben im Interesse der humanitären Bedürfnisse und der Anforderungen unserer gemeinsamen Heimat reduzieren“, so der Erzbischof. Der Vatikan-Diplomat zitierte aus der Enzyklika von Papst Franziskus „Fratelli tutti“, in der das Kirchenoberhaupt darauf hinweist, die atomaren Militärausgaben in einen globalen Fonds zur Förderung der Entwicklung in den ärmsten Ländern zu überführen.

Diplomatische Instrumente für Abrüstung nutzen

Der Heilige Stuhl beglückwünsche auch die 122 Mitgliedstaaten, die vor vier Jahren für die Annahme des Vertrags über das Verbot von Kernwaffen gestimmt haben, der im vergangenen Januar in Kraft getreten ist, und ermutige die Staaten, die noch zögern, dieses wichtige Abkommen zu unterzeichnen, schloss Erzbischof Gallagher seine Ansprache bei der UNO in New York. Die Kernwaffenstaaten seien dringend dazu aufgefordert, die Abrüstungsbemühungen auf der Grundlage des Nichtverbreitungsvertrags zu unterstützen.

(vatican news)

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29. September 2021, 11:26