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Kardinal Parolin: Kurienreform ist größtenteils schon erfolgt

Die Reform der römischen Kurie durch Papst Franziskus hat nach Aussage von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die größten Schritte bereits hinter sich. Die dazu gehörende neue Kurienverfassung werde wohl dieses Jahr veröffentlicht, sagte Parolin in einem am Freitagnachmittag ausgestrahlten Interview des französischen TV-Senders KTO. Ein Datum kenne er noch nicht. Parolin ist derzeit in Kamerun zu Besuch.

Noch ausstehende Reformschritte sind laut Parolin eine Zusammenlegung der Missionskongregation „Propaganda fide“ mit dem Päpstlichen Rat zur Neuevangelisierung sowie der Bildungskongregation mit dem Päpstlichen Kulturrat. Die wichtigsten Reformen habe der Papst im Finanzbereich getan, indem er den Wirtschaftsrat, das Wirtschaftssekretariat und das Amt des Generalrevisors geschaffen und deren Kooperation mit der Vermögensverwaltung APSA geregelt habe.

Angesprochen auf jüngste Finanzskandale in seinem eigenen Haus, dem Staatssekretariat, wollte Parolin nicht von einer „Krise“ sprechen. „Das ist vielleicht etwas übertrieben“, so der Kardinal. Es habe immer wieder, „auch zuletzt, schwierige Phasen gegeben“, in denen die Kirche nicht transparent war. Heute, räumte er ein, „akzeptieren Menschen die christliche Botschaft nur von einer Kirche, die transparent und evangeliumsgemäß ist“.

Trübe Punkte

Leider gebe es „trübe Punkte“ in der Kurie, „aber ebenso den Willen zur Reform“, betonte der zweite Mann im Vatikan. Wichtig sei, im Auge zu behalten, was der Papst mit der Reform erreichen wolle. Dieses Ziel sei im Arbeitstitel der neuen Kurienverfassung formuliert, „Praedicate evangelium“; es gehe zu allererst darum, die Frohe Botschaft zu verkünden.

Papst Franziskus werde voraussichtlich Anfang März in den Irak reisen, wenn es die Sicherheitslage erlaube, so Parolin über die nächsten großen Projekte des Papstes. Parolin erinnerte an den Doppelanschlag in Bagdad am 21. Januar, bei der mindestens 31 Menschen getötet wurden. Franziskus wollte das Gebiet schon lange besuchen, „um die Christen vor Ort und in der Region zu ermutigen, trotz des schwierigen Kontextes weiterhin ein Zeugnis des Glaubens zu geben“. In diesen Ländern hätten sich die christlichen Gemeinschaften „auf ein Minimum reduziert“, nach einem „Ausbluten“ im Zusammenhang mit den Konflikten und Verfolgungen, deren Opfer sie gewesen waren. Der Papst werde sich mit den politischen Behörden treffen, um „politische Stabilität“ zu fördern und fordern. Schließlich werde auch der interreligiöse Dialog im Mittelpunkt dieser Reise stehen, so der vatikanische Kardinalstaatssekretär, der auch für die vatikanische Diplomatie zuständig ist.

(kna/vatican news – mg)

30 Januar 2021, 10:30