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Joachim von Braun, Präsident der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften und Vizepräsident der Welthungerhilfe Joachim von Braun, Präsident der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften und Vizepräsident der Welthungerhilfe  (Welthungerhilfe)

Vatikan-Akademie-Präsident: Steigende Akzeptanz für Wissenschaft

Forscher finden mit ihren Erkenntnissen nach den Worten des Präsidenten der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften zunehmend Gehör in Politik und Gesellschaft. Dabei gehe es nicht um blinde „Wissenschaftsgläubigkeit“, sondern um das Verständnis für die Arbeit von Forschern, die immer wieder dazulernen und gewonnene Erkenntnisse neu infrage stellen müssten, sagte der Bonner Agrarwissenschaftler Joachim von Braun im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Akademie-Präsident sprach insbesondere mit Blick auf die Debatten zu Corona von einem „Lernerfolg“.

Als weitere große Herausforderung nannte von Braun den Kampf gegen den Klimawandel. Der Handlungsbedarf sei „enorm hoch“. Das gelte nicht nur mit Blick auf die Erderwärmung und den Anstieg des Meeresspiegels, sondern auch hinsichtlich von Wald- und Buschbränden oder der Luftverschmutzung. Papst Franziskus und die Päpstliche Akademie hätten immer wieder darauf hingewiesen, dass es für menschliche Einflüsse auf den Klimawandel wissenschaftlich belegbare Indizien gebe. Notwendig seien gemeinsame Anstrengungen der Staatengemeinschaft, vor allem der großen Industriestaaten. „Wollen wir hoffen, dass die USA zum Pariser Klimaabkommen zurückkehren.“

Herausragende Wissenschaftler aus aller Welt

Von Braun ist seit 2017 Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Ihr gehören derzeit 79 Mitglieder an, darunter 21 Nobelpreisträger. Zuletzt fand im Oktober ein virtuelles Treffen statt. Die Ergebnisse sind in dem Papier „Wissenschaft und Überleben“ zusammengefasst. Darin sprechen sich die Mitglieder der Akademie unter anderem für einen vernetzten Ansatz bei der Erforschung von Krankheiten und Seuchen aus, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Zudem dringen sie auf eine faire Verteilung von Corona-Impfstoffen und mahnen zu einem verantwortlichen Umgang mit Künstlicher Intelligenz und den auf diese Weise zusammengetragenen Daten bei der Eindämmung der Corona-Pandemie.

(kna - cs)

30 November 2020, 11:28