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Ennio Morricone+ Ennio Morricone+  (AFP or licensors)

Italien: Vatikan-Preisträger Ennio Morricone ist tot

Der international bekannte Filmmusiker und Komponist Ennio Morricone ist mit 91 Jahren gestorben. Bekannt wurde er mit den Soundtracks zu den sogenannten „Spaghetti-Western“ in den 60er Jahren. 2019 erhielt Morricone von Papst Franziskus eine „Goldmedaille für sein Kunstschaffen“.

Mario Galgano und Michele Raviart – Vatikanstadt

In seiner Karriere hat Ennio Morricone über 500 Soundtracks komponiert, darunter die für die Oscar-prämierten Filme wie „Nuovo Cinema Paradiso“ und „Mission“. Er hat auch große italienische Popmusikklassiker der 60er Jahre arrangiert. Morricone gewann 2007 einen Oscar für sein Lebenswerk und 2016 einen Oscar für die Musik zum Film „The Hateful Eight“ von Quentin Tarantino. 2019 erhielt er von Papst Franziskus die sogenannte „Goldmedaille des Pontifikats“ und zwar „für sein außerordentliches künstlerisches Engagement, das auch Aspekte religiöser Natur aufwies“, wie der Vatikan damals mitteilte. Einige Monate später hatte er sich von der Bühne verabschiedet, doch sich überraschenderweise bereit erklärt, im Jahr 2020 ein Konzert in der Audienzhalle im Vatikan zu dirigieren. „Ich konnte nicht nein sagen“, war seine Antwort dazu.

Kardinal Ravasi kondoliert

Der päpstliche Kulturbeauftragte Kurienkardinal Gianfranco Ravasi hat sein Beileid zum Tod von Ennio Morricone bekundet. „Ich vertraue ihn Gott an, auf dass er ihn in die himmlische Harmonie aufnimmt“, schrieb Ravasi am Montag auf Twitter. Vielleicht beauftrage Gott ihn „mit einer Partitur, auszuführen von den Engelchören“, ergänzte der Präsident des Päpstlichen Rats für die Kultur und passionierte Sammler von Musikalien aller Gattungen. Kardinal Ravasi bekundete der der Witwe Maria und der Familie des Komponisten seine Anteilnahme.

Die Beerdigung wird im privaten Rahmen stattfinden, „mit Respekt vor dem Gefühl der Demut, das die Taten seiner Existenz immer inspiriert hat“, wie die Familienangehörigen mitteilten. Morricone zählte zu den römischen Künstlern, die in den 60er Jahren mit dem Aufkommen der Filmindustrie in der Ewigen Stadt eng verbunden waren und gleichzeitig auch nie die Verbundenheit mit der kleinbürgerlichen Stadt leugnete. Dazu zählte auch die enge Beziehung zum Vatikan, die – wie ein anderer bekannter römischer Schauspieler Alberto Sordi zu pflegen sagte – zum Römer-Sein dazu gehöre. Dazu zähle der Besuch von Papstmessen und die Teilnahme an Papstaudiezen.

(vatican news)

06 Juli 2020, 10:34