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Die orthodoxe Delegation aus dem Vorjahr gemeinsam mit Kurienkardinal Kurt Koch. Erzbischof Job trägt den von Papst Franziskus gestifteten Schrein mit Reliquien des heiligen Petrus, Archivbild von 2019 Die orthodoxe Delegation aus dem Vorjahr gemeinsam mit Kurienkardinal Kurt Koch. Erzbischof Job trägt den von Papst Franziskus gestifteten Schrein mit Reliquien des heiligen Petrus, Archivbild von 2019 

Festmesse zu Peter und Paul ohne ökumenische Delegation

Erstmals seit Einführung der Tradition wird an diesem Montag keine orthodoxe Delegation aus dem Phanar bei der Messe anwesend sein, die der Papst aus Anlass des Festes der römischen Stadtpatrone Petrus und Paulus zelebriert. Ursache sind die coronabedingten Einschränkungen, weshalb auch die Papstmesse mit nur rund 90 Gläubigen in bescheidenerem Rahmen stattfindet.

Der Brauch, jeweils hochrangige Delegationen der „anderen“ Seite zu den Patronatsfesten der Kirche von Rom (Petrus und Paulus, 29. Juni) und der Kirche von Konstantinopel, dem „neuen Rom“ (Andreas, 30. November), zu entsenden, ist eine Konsequenz der historischen Begegnung zwischen Papst Paul VI. und dem Ökumenischen Patriarchen Athenagoras I. im Jahr 1964 in Jerusalem. Die Besuche zu den Patronatsfesten wurden als „Zeichen wachsender Brüderlichkeit“ zwischen den Kirchen von Rom und von Konstantinopel interpretiert.

Im Vorjahr kam es beim römischen Patronatsfest zu einer ökumenischen Geste von außerordentlicher Bedeutung: Papst Franziskus überreichte dem Leiter der konstantinopolitanischen Delegation, Erzbischof Job (Getcha), im Apostolischen Palast ein Reliquiar mit Reliquien des Apostels Petrus. Es war ein spontaner Entschluss des Papstes, um das schon erreichte Miteinander zu dokumentieren.

Ein Brief an den Ökumenischen Patriarchen

Die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR zitierte am Samstag aus einem Brief des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, in dem er den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. über die reduzierten Feierlichkeiten zum Patronatsfest informiert: „Wie Sie wissen, sind auf Grund der Situation, die sich durch die Covid-19-Pandemie entwickelt hat, auch Einschränkungen der liturgischen Feiern von Papst Franziskus eingeführt worden, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen. Aus diesem Grund wird Papst Franziskus der Messe in der Basilika St. Peter aus Anlass des Festes der Heiligen Petrus und Paulus in Übereinstimmung mit diesen Einschränkungen vorsitzen – leider auch ohne große Beteiligung der Gläubigen, wie es auch bei den Gottesdiensten an den Kar- und Ostertagen geschehen ist“.

Der Kardinal betonte seine Hoffnung, dass „uns die unendliche Barmherzigkeit Gottes diese unerhörte Situation überwinden lassen wird“ und dass die Kirchen von Rom und Konstantinopel nach dem Sommer „ihre regelmäßigen Kontakte und Beziehungen wieder aufnehmen können“.

Pallien werden gesegnet, aber nicht persönlich überreicht

Die Festmesse beginnt am 29. Juni um 09:25 Uhr (Radio Vatican/Vatican News überträgt live, mit deutschem Kommentar auf unserer Website www.vaticannews.de). Wie alle Jahre wird der Papst auch diesmal die „Pallien“ segnen, die als Zeichen der Metropolitenwürde für die im Lauf der letzten zwölf Monate neu ernannten 54 Erzbischöfe bestimmt sind. Allerdings werden – wegen der coronabedingten Beschränkungen – nicht alle neuen Erzbischöfe persönlich das mit Kreuzen bestickte, aus weißer Schafwolle gewebte Band entgegennehmen können. Bereits seit einigen Jahren ist die persönliche Übergabe der Pallien allerdings nicht mehr Bestandteil der Liturgie. Die Nuntien in den verschiedenen Ländern überbringen den jeweiligen Erzbischöfen, die nicht an der Feier teilnehmen, die Stolen.

(poi - cs)

29 Juni 2020, 09:17