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Der Präsident der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, Stefano Zamagni, im Vatikan (Archivbild) Der Präsident der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, Stefano Zamagni, im Vatikan (Archivbild) 

Vatikan: 5-Punkte Plan im Kampf gegen Corona

Wie der Corona-Pandemie am Besten begegnen? Welche Folgen hat sie für uns alle? Mit diesen Fragen haben sich auch die Päpstliche Akademie der Wissenschaften und die Päpstliche Akademie der Sozialwissenschaften befasst: Und einen 5-Punkte Plan vorgelegt, der alle angeht und auch die Zukunft betrifft...

Das gemeinsame Papier der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften  und der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften trägt den Titel: „Der Pandemie begegnen – Lehren für zukünftiges Handeln und veränderte Prioritäten“. In dem Statement geht es darum, was Wissenschaft, Politik, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft tun können – jetzt und in Zukunft. Den beiden Akademien im Vatikan gehören Forscher und Forscherinnen aus aller Welt an. Sie empfehlen folgende fünf Punkte:

1.     Stärkung von Frühwarnung und frühzeitigem Handeln

2.     Unterstützung von Wissenschaft und Eigen-Initiativen der Wissenschaftsgemeinschaften

3.     Schutz armer und verletzlicher Menschen

4.     Gestaltung globaler Abhängigkeiten und von Hilfsmaßnahmen zwischen und innerhalb der Nationen

5.     Stärkung der Solidarität und des Mitgefühls

Zum Nachhören

Gemeinschaft statt „unkoordinierte nationale Reaktionen"

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Päpstlichen Akademien fordern in ihrem Statement konkret etwa Hilfe für Migranten und Flüchtlinge sowie Arme. Sie kritisieren zudem Benachteiligungen von Frauen im Gesundheitsbereich und andernorts und fordern ein Ende von Ungerechtigkeiten. Die Akademiemitglieder rufen auch eindringlich zu gemeinsamem Handeln auf:

„Wir sind besorgt über den Egoismus und die Kurzsichtigkeit unkoordinierter nationaler Reaktionen. Es ist an der Zeit zu beweisen, dass die ,Familie der Nationen` (Paul VI. und Johannes Paul II.) oder die ,Familie der Völker` (Papst Franziskus) Wertegemeinschaften mit einem gemeinsamen Ursprung und einem gemeinsamen Schicksal sind“, heißt es in dem Mitte März unterzeichnetem Papier.

Kritik an Abschottung 

Die Forschenden sehen auch eine zunehmende Abschottung gegenüber anderen Ländern in Folge des Virus kritisch. Eine „Suche nach Schutz durch Isolationismus wäre fehlgeleitet und kontraproduktiv“, heißt es in der Erklärung. Globale Zusammenarbeit sei essentiell und müsse gefördert werden. Auch auf Umweltzerstörung und Klimawandel geht das Statement ein. Es fordert Achtung und Schutz der gegebenen Ressourcen und einen entsprechenden Lebenswandel: „Wenn COVID19 erst einmal unter Kontrolle ist, können wir nicht mehr zur Tagesordnung übergehen.“ Es brauche hingegen eine „verantwortungsbewusstere, mehr teilende, gleichberechtigte, fürsorglichere und gerechtere Gesellschaft“.

„Wenn COVID19 erst einmal unter Kontrolle ist, können wir nicht mehr zur Tagesordnung übergehen“

Die Unterzeichner

Unter den Unterzeichnern des Papiers ist zunächst der Bonner Agrarwissenschaftler Jooachim von Braun. Er ist Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Auch der Präsident der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, Stefano Zamagni, ist dabei. Die Erklärung haben weiter etwa der Schweizer Mikrobiologe und Nobelpreisträger Werner Arber, die amerikanische Biologin Helen Blau und der niederländische Meteorologe Paul Crutzen unterzeichnet - , um nur einige zu nennen. Auch diverse vatikanische Wissenschaftler unterschrieben den 5-Punkte Plan gegen die Corona-Pandemie; etwa der Jesuit Guy Consolmagno; Direktor der Vatikanischen Sternwarte.

(vatican news – sst)

27 März 2020, 10:37