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Arbeitstag mit Papst Franziskus in der Synodenaula Arbeitstag mit Papst Franziskus in der Synodenaula 

Aus der Synodenaula: „Amazonien gehört keinem Staat"

Es braucht einen globalen Schulterschluss, um gegen die Umweltzerstörungen am Amazonas anzugehen - dies war ein Appell der 12. Generalkongregation im Vatikan. 173 Synodenväter kamen am Dienstagnachmittag mit dem Papst im Rahmen der Amazonien-Synode in der vatikanischen Synodenaula zusammen.

Die einzelnen Beiträge konzentrierten sich auf die Themen Ökologie, Indigene und Hilfe zur Selbsthilfe. Ab Mittwoch starten erneut die Kleingruppen, deren Ergebnisse am Donnerstagabend im Plenum vorgestellt und anschließend veröffentlicht werden.  

Ausbeutung des „gemeinsamen Hauses“ stoppen

Amazonien gehört nicht Staaten und Regierungen, wurde in der Synodenaula unterstrichen. Die Weltgemeinschaft sei gemeinsam für den Schutz dieses einzigartigen Lebensraumes verantwortlich. Dabei müsse auf verschiedenen Ebenen vorgegangen werden – individuell, gemeinschaftlich und global. Ein Schulterschluss in „Sorge um das gemeinsame Haus“ sei die Welt den kommenden Generationen schuldig.

Konkret nahmen die Synodenväter hier diejenigen Länder in die Pflicht, die in Amazonien in Industrien investieren, die die Region nachhaltig schädigen. In einigen Regionen sei die Ausbeutung beispiellos, große Minenanlagen führten aufgrund ihrer Folgen für Mensch und Umwelt zu Krankheiten, Armut und Drogenhandel sowie Identitätsverlust. Ein solches Wirtschaften müsse gestoppt werden, Gelder sollten dagegen in nachhaltige Projekte für die Region investiert werden.

Mit Blick auf den Schutz des Klimas sei der konkrete Vorschlag gemacht worden, ein weltweites Netzwerk von Wissenschaftler zu schaffen, an der auch die Päpstliche Akademie der Wissenschaften beteiligt sein könnte. Zudem müsse durch Bildung mehr Sensibilität für ökologische Fragen geweckt werden. Auch könne man in das kirchliche Gesetzbuch einen neuen Kanon aufnehmen, der Pflichten der Christen gegenüber der Umwelt behandelt, lautete ein weiterer Vorschlag.

Indigene stark machen, von ihrem Leben ausgehen

Was den kirchlichen Dienst an den Amazonasvölkern betrifft, wurde eine Hilfe zur Selbsthilfe favorisiert. Die Kirche solle das Selbstbewusstsein der Indigenen stärken und ihnen dabei helfen, ihr eigenes Schicksal selbst in die Hand zu nehmen - das heiße sowohl, ihre Rechte zu beanspruchen, als auch ihren Pflichten nachzukommen. Angesichts der zahlreichen Indigenen, die heute in großen Städten lebten, sei eine spezifische Pastoral vonnöten, die diese oft marginalisierten „Überlebenden“ ins Zentrum stellt.

Allgemein brauche es in der Seelsorge kreative und mutige Ansätze, um auf die Bedürfnisse der Menschen zu antworten und dem „Drama“ des Priestermangels zu begegnen. Der Dienst von Frauen und jungen Leuten sei schon heute wesentlich, war hier erneut zu hören.

„Besser für das Leben sterben als für den Tod leben“

Im Feld der Spiritualität und Theologie gelte es das Leben der lokalen Gemeinschaften aufzugreifen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Das Recht der Indigenen auf die eigene Kultur, Theologie und Religion sei ein Reichtum, den es im Interesse der gesamten Menschheit zu schützen gelte. Eine Grundlage könne hier das gemeinsame Anliegen des Schutzes der Schöpfung sein. Dabei gelte es trotz kultureller Unterschiede alle miteinzubeziehen und sich innerhalb der Ortskirche zu koordinieren.  Bei ihrem Einsatz für die Ärmsten und Schwächsten dürfe die Kirche keine Angst vor dem Martyrium haben, hieß es angesichts der Gefahren, denen Missionare in der Region ausgesetzt sind. „Besser für das Leben sterben als für den Tod leben“, war hier zu hören.

Krankenhausschiff „Papst Franziskus“

Auch bei dieser Generalversammlung habe der Papst wieder das Wort ergriffen, hielt der Vatikanbericht weiter fest. Zum Abschluss sei eine Dokumentation über das Krankenhausschiff „Papst Franziskus“ gezeigt worden, das im brasilianischen Bundesstaat Parà medizinische Hilfe für Flussvölker in schwer erreichbaren Gegenden leistet.

(vatican news – pr)

16 Oktober 2019, 10:54