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Frühling in China, auch für die Christen im Land? Frühling in China, auch für die Christen im Land? 

Kirche in China: Zwischen Erinnerung und Zukunft

Die katholische Kirche in China hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel gelitten, das darf beim Blick auf die Zukunft nicht vergessen werden. Das schreibt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem Vorwort zu einem Buch über die Kirche in China. Die Zukunft der Kirche könne nicht ohne die Erinnerung an die Vergangenheit auskommen, so Parolin.

Heute „sind wir aufgerufen, uns zu erinnern und gemeinsam eine neue Seite für die Zukunft der Kirche in China zu schreiben, ohne den geistlichen Schatz der lokalen katholischen Gemeinschaften zu vernachlässigen und indem wir vor allem die schweren Leiden und Missverständnisse annehmen, die die chinesischen Katholiken über viele Jahre hinweg erlebt haben". So beginnt der Text, der das Vorwort zu einem Buch bildet, das am 19. März auf Italienisch erscheinen wird; Titel des Sammelbandes ist „Die Kirche in China – Eine Zukunft, die noch geschrieben werden muss“.

Verkündigung des Glaubens sei „keine Erweiterung des westlichen Christentums“, das habe schon Papst Benedikt XV. vor hundert Jahren in seinem Apostolischen Schreiben Maximum Illud klargestellt.

Mission ist Ausdruck einer wirklich universalen Kirche

Das Schlüsselwort sei Universalität der Kirche, schreibt Parolin. Die Mission der Kirche in China sei ein „Labor“ gewesen, „von dem aus ein Umdenken und eine Erneuerung des Evangelisierungswerks begann, das sich auf den Rest der Welt ausbreiten sollte“. Die Verkündigung in China habe deswegen eine ganz besondere universale Bedeutung.

Heue frage man erneut „nach der Aktualität der katholischen Präsenz in China", so Kardinal Parolin. Aber wie vor hundert Jahren schon zeige China, dass es zur Bewältigung der Herausforderungen vor allem notwendig ist, die Einheit der Kirche aufzubauen. Dem habe die Unterzeichnung des Abkommens mit der Chinesischen Volksrepublik am 22. September vergangenen Jahres gedient, als dessen Folge nun alle Bischöfe des Landes in Einheit mit Rom und der Weltkirche seien.

Der Weg der Kirche ist der des Dialogs

Der Weg der Kirche sei immer der des Dialogs, unterstreicht der im Vatikan auch für die Außenbeziehungen zuständige Kardinal. „Die Verkündigung des Evangeliums in China kann nicht von einer Haltung des Respekts, der Wertschätzung und des Vertrauens gegenüber dem chinesischen Volk und seinen legitimen Autoritäten getrennt werden", bekräftigt Parolin und betont, dass „der Heilige Stuhl mit China auch bei den Themen Frieden, Umwelt, Begegnung der Kulturen, Friedensförderung und Streben nach dem Wohl der Menschheit" zusammenarbeiten möchte.

Gleichzeitig vergesse die Kirche aber auch nicht die Opfer und Leiden so vieler Christen in China. Deswegen seien die Ziele des Handelns der Kirche auch im chinesischen Kontext unverändert: Das Heil der Seelen und die Freiheit der Kirche. „Für die Kirche in China bedeutet dies die Möglichkeit, das Evangelium Christi mit größerer Freiheit zu verkünden und dies in einem sozialen, kulturellen und politischen Rahmen mit mehr Vertrauen zu tun", so Kardinal Parolin.

Das Lied des Glaubens mit chinesischen Noten

Die katholische Kirche in China sei einheimisch, nicht fremd; sie bilde einen integralen und aktiven Bestandteil, der „zum Aufbau einer harmonischeren und einer respektvolleren Gesellschaft beitragen" könne. „Das Lied des Glaubens mit chinesischen Noten singen“ nennt es der Kardinal, Papst Franziskus zitierend.

Parolin spricht auch den Widerstand an, der sich dem Papst und seiner China-Politik in den Weg stellt. Umso wichtiger seien Bücher wie das, zu dem er sein Vorwort beisteuere. Entstanden ist es als Initiative des „China Forum for the Dialogue of Civilizations", das von der Georgetown University und der italienischen Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica ins Leben gerufen wurde.

(vatican news)

 

17 März 2019, 09:24