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Vatikan: Papst-Chor der Sixtinischen Kapelle neu zugeteilt

Der Päpstliche Chor der Sixtinischen Kapelle wird ab sofort dem Amt für die Liturgischen Feiern des Papstes angegliedert. Das hat Papst Franziskus mit einem Motu Proprio veranlasst, das an diesem Samstag veröffentlicht wurde.

Mario Galgano und Sergio Centofanti – Vatikanstadt

Der Päpstliche Chor der Sixtinischen Kapelle übernimmt seit Jahrhunderten bei päpstlichen Liturgiefeiern die musikalische Gestaltung. Durch die Eingliederung in die vatikanische Liturgie-Abteilung wird Zeremonienmeister Guido Marini zum Verantwortlichen des päpstlichen Chores. Guido Pozzo wurde zum Superintendenten für die Wirtschaftsangelegenheiten der „Sixtinischen Kapelle“ ernannt. Die Leitung des Chores liegt seit Oktober 2010 bei Massimo Palombella, der den Chor auch weiterhin dirigieren wird.

Zum Nachhören

In dem Motu Proprio erläutert der Papst auch den Grund für seinen Beschluss. Als Teil des Amtes für die Liturgischen Feiern werde „das bedeutende künstlerische und musikalische Erbe“ bewahrt und gefördert. Auf diese Weise werde die Kernaufgabe des Chores in besonderer Weise hervorgehoben. 

Die „Sixtina“ in der Geschichte

Gegründet wurde der Chor als Schola cantorum von Papst Gregor I. (590 bis 604). Seit damals bis zur Gegenwart haben Päpste die Statuten mehrfach verändert. Seit Gründung der Schola und im Laufe der Jahrhunderte habe der Päpstliche Chor, so schreibt der Papst, als Höhepunkt des künstlerischen und liturgischen Ausdrucks im Dienst der Feierlichkeiten der Päpste brilliert. Dies zunächst in der prächtigen Kapelle, von der sie ihren Namen erhielt, und dann auch im Petersdom, wo die Päpste durch den Chor „musikalische Unterstützung“ erhielten. Zu den Chormeistern zählten bekannte Komponisten wie Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Der Chor habe deshalb eine „direkte Verbindung zu den großen Feiern der Päpste“ und deshalb sei er früher auch Teil des sogenannten „Maggiordomato Seiner Heiligkeit“ gewesen. Später wurde er der Präfektur des Päpstlichen Hauses zugewiesen, hatte bisher aber immer eine autonome Verwaltung.

Die Vorgaben des Konzils über die Liturgie

Seine Entscheidung wurde „unter Berücksichtigung der Gebote des Konzils über die Heilige Liturgie“ getroffen, schreibt Franziskus in dem Motu proprio. Insbesondere die Nr. 28-29 des Konzilsdokuments „Sacrosanctum Concilium“, die „im Hinblick auf die Gestaltung der liturgischen Feiern“ der scholae cantorum „einen wahren liturgischen Dienst“ zuweisen. Dieser sei „mit aufrichtiger Frömmigkeit und mit jener guten Ordnung, die für einen so großen Dienst angemessen ist und die das Volk Gottes zu Recht verlangt" auszuüben.

Ernennung von Guido Marini

Guido Marini ist Zeremonienmeister der päpstlichen liturgischen Feiern. Ihm wird nun zusätzlich die Aufgabe übertragen, alle Aktivitäten des Chores zu leiten. Dazu zählen alle liturgischen, pastoralen, geistlichen, künstlerischen und erzieherischen Tätigkeiten des Chores. Seine Ernennung habe den Hauptzweck, die geistlichen Musik zu fördern, die „die Herrlichkeit Gottes und die Heiligung der Gläubigen ist“ (SC 112). Guido Marini wird dementsprechend die Aufgabe haben, „ein Statut für den Chor auszuarbeiten“ und die am 8. August 1969 von Paul VI. erlassenen Verordnungen sowie die 1970 erneuerten Bestimmungen zu aktualisieren.

Ernennung von Guido Pozzo

Papst Franziskus hat neben Marini auch Guido Pozzo eine neue Aufgabe für den Chor zugeteilt. Pozzo soll als Superintendent für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Chores, „den fruchtbaren kirchlichen Weg“ der „Sixtina“ fördern. Guido Pozzo war bisher Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, die der Papst ebenfalls durch ein Motu proprio, das an diesem Samstag veröffentlich wurde, aufgelöst hat. Der Papst vertraue ihm nun die Aufgabe an, „die besondere Fürsorge für die wirtschaftliche Verwaltung des Chores zu übernehmen“.

(vatican news)

19 Januar 2019, 13:09