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Kardinal Reinhard Marx Kardinal Reinhard Marx  (ANSA)

Kardinal Marx: „Ich schweige nicht – das ist ja bekannt“

„Man merkt schon: Jetzt geht es doch in eine entscheidende Phase.“ Das sagt Kardinal Reinhard Marx von München über die vatikanische Bischofssynode. Was herauskommen werde, sei zwar „noch nicht ganz klar“, doch er hoffe auf „konkrete Punkte“.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

 

So wäre es aus seiner Sicht „gut, wenn am Ende ein paar Selbstverpflichtungen mitgenommen würden“, die die Bischöfe dann in den Ortskirchen konkret umsetzten. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied im Kardinalsrat K-9 an diesem Donnerstag in einem Interview mit Vatican News. „Es geht um uns und um die Veränderung der Kirche – nicht nur um ein Vermittlungsproblem!“

„Am Klima des Vertrauens können wir noch arbeiten“

Marx äußerte sich auch zu derzeitigen Irritationen zwischen dem Vatikan und der deutschen Kirche, etwa dem Fall Wucherpfennig. „Wenn etwas in der Kirche passiert, was mir nicht gefällt, dann sage ich das dem Papst auch… Über die Frage im Bereich St. Georgen muss gesprochen werden.“

Hier können Sie unser ganzes Interview mit Kardinal Marx hören.

Er wünsche sich „eine Atmosphäre des Gespräches“. „Und das, meine ich, muss besser werden! Also, wir müssen miteinander reden und ein Klima des Vertrauens haben – daran können wir noch arbeiten.“ Er rede jedenfalls auch mit den Verantwortlichen im Vatikan sehr offen, so Marx. „Ich schweige nicht – das ist ja bekannt.“

„Missbrauchsstudie wird nicht zu den Akten gelegt“

Zu den Versprechen, die die Deutsche Bischofskonferenz unlängst nach der Veröffentlichung einer Studie zum Thema Missbrauch abgelegt hat, sagte Kardinal Marx: „Es wird jetzt an den Beschlüssen gearbeitet; das wird ein längerer Weg.“ Spätestens im November werde es dazu einen ersten Bericht geben. „Wir bleiben da dran.“ Die Missbrauchsstudie, die unabhängige Forscher im Auftrag der Bischöfe erstellt hatten, werde jedenfalls „sicher nicht zu den Akten gelegt“.

Frauen in Leitungspositionen? „Wir müssen dringend etwas tun“

Auf der römischen Synode hat sich Marx in einer Wortmeldung für eine stärkere Rolle von Frauen in der Kirche eingesetzt. „Ich bin sehr viel angesprochen worden auf diese Intervention“, sagt er dazu. Auch Kurienkardinal Ouellet habe sich an diesem Donnerstag in der Synodenaula ähnlich wie er geäußert. Der Ruf nach einer stärkeren Rolle der Frau sei nicht nur im Westen, sondern weltweit zu hören. Beim Thema Frauen in Leitungspositionen „müssen wir dringend etwas tun“, so Marx, „auch hier im Vatikan“.

(vatican news)

 

18 Oktober 2018, 15:11