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Kurienkardinal Jean Louis Tauran Kurienkardinal Jean Louis Tauran (Archivbild) 

Kurienkardinal trifft saudi-arabischen König

Bei seinem Aufenthalt in der saudischen Hauptstadt Riad hat Kardinal Jean-Louis Tauran politische und religiöse Autoritäten getroffen. Tauran appellierte an sie, für Frieden, Gerechtigkeit und aufrichtigen Dialog zu sorgen.

Der saudische König Salman Bin Abd Al-Aziz empfing am Mittwoch Kurienkardinal Jean-Louis Tauran, Leiter des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, in seinem Palast. An dem Treffen nahmen außerdem der Erbprinz Muhammad bin Salman und Scheich Muhammad Abdul Karim Al-Issa, Generalsekretär der Muslimischen Weltliga teil.

 

Während des Treffens dankte Tauran dem König für seine Gastfreundschaft und erinnerte daran, „wie schädlich eine Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke sein könne“. Zudem lud der Kardinal den wahabitischen Herrscher dazu ein, „einen aufrichtigen Dialog fortzusetzen, um angemessene Lösungen für die Herausforderungen der heutigen Welt“ zu finden. Er erwähnte „die Hunderttausende von christlichen Arbeitern im saudischen Königreich“ und hob hervor, dass dies „ein Thema ist, dem Papst Franziskus mit großer Sorgfalt folgt.“

Abschließend sprach der Vatikan-Kardinal vor dem saudischen König über die Notwendigkeit einer soliden Erziehung zu Gerechtigkeit und Frieden. Letzterer, sagte er, „ist ein fragiler Schatz, der geschützt werden muss.“ Frieden sei untrennbar mit Gerechtigkeit verbunden. „Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit, keine Gerechtigkeit ohne Vergebung“. Daher sein Schlussappell: „Die Erziehung der jungen Generationen zum Frieden ist grundlegend.“

Bei weiteren Audienzen traf Tauran unter anderem den Außenminister Adil al-Jubayr und besuchte gemeinsam mit der vatikanischen Delegation das Zentrum für den Kampf gegen Extremismus.
Die Reise der vatikanischen Delegation endet an diesem Freitag.

Auch in den arabischen Medien stieß der außergewöhnliche Besuch des Kurienkardinals auf ein großes Echo. Saudi-Arabien befindet sich unter dem zunehmenden Einfluss des Kronprinzen Muhammad bin Salman auf Reformkurs. Der 32-Jährigen versucht das Land auf eine gemäßigtere Form des Islam einzuschwören. Jüngst anerkannte er öffentlich das Existenzrecht Israels. 

(pm - jg)
 

20 April 2018, 10:57