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Kardinal Pietro Parolin Kardinal Pietro Parolin 

Vatikan/Heiliges Land: „Beunruhigende“ Reaktionen

Als „beunruhigend“ bewertet der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Gewalt mit zwei Toten und 750 Verletzten im Nahen Osten infolge der Entscheidung des US-Präsidenten, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Die Anerkennung Jerusalems als Haupstadt Israels durch die USA „macht viele Dinge kompliziert“, kommentierte Kardinal Parolin im Interview mit dem italienischen Fernsehsender TV2000 die am Mittwoch bekanntgewordene Entscheidung des US-Präsidenten. „Hoffen wir, dass jetzt nicht ein Prozess beginnt, der mehr Gewalt und Spannungen mit sich bringt“, so die Nummer Zwei des Vatikan: „Hoffen wir, dass jene Weisheit und Vorsicht überwiegen, auf die der Papst in seinem jüngsten Appell hingewiesen hat.“ Auch das Lateinische Patriarchat von Jerusalem warnte nach der US-Erklärung zu Jerusalem vor einem möglichen Ausbruch weiterer Gewalt mit unvorhersehbaren Konsequenzen. 

Luftangriffe im Gazastreifen

Israels Armee hatte in der Nacht Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen gestartet, nachdem von dort Raketen auf Israel geflogen waren. Bei antiamerikanischen Protesten im Westjordanland, dem Gazastreifen und Jerusalem war es nach den muslimischen Freitagsgebeten zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Zu Protesten gegen die Trump-Entscheidung gingen auch in Jordaniens Hauptstadt, in Kairo, Istanbul, Bagdad sowie in Pakistan, Indonesien und Bangladesch Menschen auf die Straße. 

Der UN-Sicherheitsrat beriet in einer Dringlichkeitssitzung über die angespannte Lage, in Kairo trifft sich an diesem Samstag die Arabische Liga, auch die Palästinenserführung kam zu einer Krisensitzung zusammen. Franziskus hatte sich am Mittwoch bei der Generalaudienz besorgt zur Lage im Heiligen Land geäußert und dafür plädiert, den bisherigen Status Jerusalems beizubehalten.

(agi)

09 Dezember 2017, 12:00