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Hl. Ephraem (der Syrer), Diakon und Kirchenlehrer

Hl. Ephraem Hl. Ephraem 

„Die Bäume des Gartens Eden / wurden dem ersten Adam als Nahrung gegeben. / Für uns ist der Gärtner / des Gartens selbst / zur Nahrung / für unsere Seelen geworden.“ Diese Verse wurden im 4. Jahrhundert von einem Diakon des Orients verfasst: Ephräm aus Nisibis. Der 306 im alten Mesopotamien geborene Syrer verstand es, Glaubensinhalte in Verse zu fassen, deren Harmonie das Herz berührte. Und was er schrieb, machte Schule…

Lehrer und Wohltäter

Mit 18 Jahren empfing Ephräm die Taufe. Er lebte fortan asketisch und wurde im Alter von 30 Jahren zum Diakon geweiht. Mit Jakobus, dem ersten Bischof von Nisbis, soll er am Konzil von Nicäa teilgenommen haben. An der berühmten Klosterschule von Nisbis war er bis 363 tätig, als die Stadt an die Perser fiel und er nach Edessa fliehen musste. Um die Hungersnot in Edessa zu mildern, leistete er selbst tatkräftige Hilfe.

Der größte Dichter der Väterzeit

Denken und Schreiben waren seine größten Talente. Ephräms Gedichte und Predigten in Versen, seine Hymnen und erzählten Bibel-Kommentare stützten mit Scharfsinn und Schönheit die Säulen jenes Glaubens, der ihn schon in jungen Jahren so sehr fasziniert hat: der Schöpfergott, die Jungfräulichkeit Mariens, die Erlösung durch Christus … Ephräm behauptete, dass nichts in der Schöpfung auf sich selbst bezogen sei, die Welt selbst die Bibel Gottes wäre. „Die Dichtung gestattete ihm, die theologische Reflexion durch Paradoxa und Bilder zu vertiefen“, konnte Benedikt XVI. bei einer seiner Generalaudienzen feststellen.

Ein Heiliger in Edessa

363 ließ sich Ephräm in Edessa nieder, der Stadt, der er aus der Hungersnot geholfen hatte. Hier wirkte er weiter als Theologe und Prediger. Als Edessa 373 von der Pest heimgesucht wurde, war auch er unter den Opfern. Zuvor hatte er sich noch hingebungsvoll um die Pestkranken gekümmert. Wir wissen nicht genau, ob er ein Mönch gewesen ist – eines aber war er sicher: ein vorbildlicher Diakon, unermüdlicher Diener Gottes und die „Harfe des heiligen Geistes“.