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Papst Franziskus bei Trauerfeier für Kardinal Cordes

Papst Franziskus hat bei der Trauerfeier für den deutschen Kardinal Cordes am Montagnachmittag im Petersdom die Riten der „Ultima Commendatio" (Aussegnung) und „Valedictio" (Verabschiedung) vorgenommen. Zelebriert wurde das Requiem vom Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re. Er sagte: „Die Seele von Kardinal Cordes ist nun in den Händen Gottes" und erinnerte daran, dass der irdische Tod für Gläubige nicht ein Ende des Lebens, sondern Übergang zum ewigen Leben im Himmel bedeutet.

Kardinal Re ging in seiner Predigt auch auf die gesundheitlichen Probleme des Kardinals ein, der das Schwinden seiner Kräfte „mit großer Gelassenheit und Seelenruhe" angenommen habe. Dies sei auch Zeugnis der „reinen Spiritualität" des Verstorbenen gewesen. Kardinal Re ließ auch das Leben des verstorbenen Kardinals, der lange Jahre an der Kurie in Rom tätig gewesen war und auch Leiter des Päpstlichen karitativen Rates Cor Unum war, noch einmal Revue passieren. Er erwähnte unter anderem, dass Cordes schon Medizin studiert hatte und Chirurgie, um Arzt zu werden, und diese Studien dann abbrach, um ins Priesterseminar von Paderborn einzutreten und seiner Berufung, Priester zu werden, zu folgen. 

Zahlreiche Teilnehmer

Bei der Trauerfeier für den Verstorbenen am Montag im Petersdom waren zahlreiche Kardinäle und Bischöfe anwesend, darunter der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller und der Schweizer Kardinal Kurt Koch. Auch Erzbischof Udo Bentz aus Cordes' Heimatbistum Paderborn war angereist. Unter den Teilnehmern war zudem der deutsche Botschafter am Heiligen Stuhl, Bernhard Kotsch.

Hier im Audio: Mitschnitt des Requiems für Kardinal Cordes im Petersdom am 18.3.2024 - Originalton von Radio Vatikan

Kardinal Re würdigte Cordes' Einsatz für Jugendliche und arme Menschen. Der Kardinal habe stets an seinem Glauben an Gott, Kirche und Papst festgehalten. Re zitierte zudem aus Cordes' geistlichem Vermächtnis, das dieser 2021 verfasste. Darin heißt es: „Die Wahrheit des Evangeliums sowie die Gemeinschaft der Kirche gaben mir das verlässliche Geleit mit ihrer doppelten Verpflichtung zur Gottes- und Nächstenliebe. Und zunehmend erstaunte, ja ergriff mich, dass der Allmächtige in seinem Sohn von uns wirklich geliebt werden will - alldieweil wir doch schon menschliche Liebe als das Beglückendste und Erschütterndste überhaupt erleben."

Pontifikalrequiem in Deutschland am 22.3. 

Das Pontifikalrequiem für Kardinal Cordes in Deutschland findet unter dem Vorsitz des Paderborner Erzbischofs Udo Bentz am kommenden Freitag, 22.03.2024, um 10.00 Uhr im Paderborner Dom statt. Anschließend erfolgt die Übertragung zum Heimatort des Kardinals, Kirchhundem, wo er im Rahmen eines Wortgottesdienstes um 15 Uhr in der dortigen Pfarrkirche beigesetzt wird.

Zur Person

Kardinal Cordes war am Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren in Rom gestorben. Cordes war maßgeblich beteiligt an der Entstehung der ersten Enzyklika von Papst Benedikt XVI. „Deus Caritas est“ von 2005. Er gehört auch zu den „Erfindern“ der katholischen Weltjugendtage und war ein wichtiger Förderer neuer geistlicher Bewegungen. Der deutsche Papst Benedikt nahm seinen Landsmann 2007 ins Kardinalskollegium auf. 1980 berief Papst Johannes Paul II. Cordes zum Vizepräsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien und 1995 zum Präsidenten des Päpstlichen Rates „Cor Unum“. In dieser Position verblieb Cordes, ab 2007 Kardinal, bis zu seinem Rücktritt aus Altersgründen 2010. Nach seiner Emeritierung nahm er im März 2013 am Konklave teil, aus dem Kardinal Jorge Mario Bergoglio als Papst hervorging.

Cordes wurde in Kirchhunden im Erzbistum Paderborn am 5. September 1934 geboren. Die Priesterweihe empfing er 1961. Er promovierte 1971 in Mainz bei Karl Lehmann, dem späteren Mainzer Kardinal, mit einer Arbeit über den priesterlichen Dienst in der Sicht des II. Vatikanischen Konzils. Papst Paul VI. ernannte ihn 1975 zum Weihbischof von Paderborn.

(vatican news/kna - sst)

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18. März 2024, 16:08