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Franziskus mit Gästen aus Norditalien am Freitag Franziskus mit Gästen aus Norditalien am Freitag  (VATICAN MEDIA Divisione Foto)

Der Papst am Freitag: Klima, Uni, Kinder

Papst Franziskus hat einmal mehr zu Klima- und Umweltschutz ermuntert. Im Vatikan empfing er an diesem Freitag die Überlebenden einer verheerenden Katastrophe im Jahr 1963 in Norditalien.

Damals hatte ein Bergrutsch in den Alpen eine Staumauer beschädigt; die dadurch ausgelöste Flutwelle riss in Vajont mehr als 1.900 Menschen in den Tod. Solche Katastrophen hätten auch damit zu tun, dass Menschen von Profitgier ergriffen würden und sich allmächtig vorkämen, rügte der Papst. „Aber das ist eine große Täuschung, denn wir sind Geschöpfe, und unsere Natur verlangt von uns, dass wir uns mit Respekt und Sorgfalt in der Welt bewegen.“

Das Unglück von 1963 sei letztlich dadurch zustande gekommen, „dass man die Logik des Profits der Sorge für den Menschen und die Umwelt vorgezogen hat“, so Franziskus. „Diese Welle wurde von der Gier vorangetrieben, und die Gier zerstört!“ Leider sei das „extrem aktuell“.

 

„In diesem Sinn sage ich euch: Verliert nicht den Appetit!“

Ebenfalls beim Papst waren an diesem Freitag Vertreter des Weltverbands katholischer Unis (FIUC). Franziskus ermunterte sie, sich als Netzwerk zu verstehen und immer enger zusammenzuarbeiten. Außerdem sollten sie zu Kräften des Friedens in ihren jeweiligen Regionen werden.

Mit Sorge vermerkte Franziskus, der in früheren Zeiten selbst Lehrer an Jesuitenschulen in Chile und Argentinien war, dass aus dem Erziehungs- und Bildungswesen „immer mehr ein Business“ werde. „Große, gesichtslose Wirtschaftsfonds investieren in Schulen und Unis, wie man das an der Börse macht.“ Die kirchlichen Einrichtungen sollten demgegenüber zeigen, „dass sie einer anderen Logik dienen“.

Hannah Arendt habe als Kennerin der Schriften des hl. Augustinus darauf hingewiesen, dass der Kirchenlehrer den Begriff der Liebe mit dem Wort „appetitus“ gekennzeichnet habe. „In diesem Sinn sage ich euch: Verliert nicht den Appetit!“, so Franziskus.

Enzo Fortunato
Enzo Fortunato

Petersdom bekommt einen eigenen Pressesprecher

An diesem Freitag wurde auch eine wichtige Personalentscheidung des Papstes bekannt. Er hat den italienischen Franziskaner Enzo Fortunato zum Kommunikationsdirektor des Petersdoms ernannt. Der bekannte italienische Geistliche und Autor war bislang Pressesprecher der Franziskaner in Assisi. Franziskus gab ihm an diesem Freitag auch noch eine weitere Aufgabe: Fortunato wird erster Koordinator für den „Weltkindertag“, den der Papst unlängst nach dem Vorbild des kirchlichen Weltjugendtags eingeführt hat. Der erste Weltkindertag wird am 25. und 26. Mai in Rom stattfinden.

(vatican news – sk)
 

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19. Januar 2024, 13:28