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Papst Franziskus bei der Audienz für Mitglieder des italienischen katholischen Kommunikationsverbands Copercom Papst Franziskus bei der Audienz für Mitglieder des italienischen katholischen Kommunikationsverbands Copercom 

Papst Franziskus erklärt sein „ABC“ guter Kommunikation

Aus Sicht von Papst Franziskus sind für gute Kommunikation Koordination, Bereitschaft zum Wandel, Ehrlichkeit, Zuhören und Begegnung wichtig. „Sich treffen, zuhören und dann sprechen", führte das Kirchenoberhaupt diesen Montag bei einer Audienz anlässlich des 25. Jubiläums des katholischen italienischen Kommunikationsverbands Copercom aus.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Papst Franziskus riet den Copercom-Mitgliedern, den Menschen immer an die erste Stelle zu setzen und nicht egoistisch zu sein:

„Seid achtsam, denn Wandel bedeutet nicht, den Moden der Zeit nachzugeben, sondern das eigene Sein und Handeln zu verändern - ausgehend von einer staunenden Offenheit gegenüber der Veränderung (...) Staunen ist das Gegenmittel der Macht der Gewohnheit und der Selbstbezogenheit. Staunen lässt vorangehen, führt zu Wandel und bringt voran. Gewohnheit führt zu Wiederholung, mehr nicht. Und Selbstbezogenheit führt dazu, nur sich selbst zu sehen, statt voraus. Es ist wie in einen Spiegel schauen, in dem man nur sich selbst sieht", so der Papst. 

„Selbstbezogenheit führt dazu, nur sich selbst zu sehen, statt voraus. Es ist wie in einen Spiegel schauen, in dem man nur sich selbst sieht“

Zu seinem „ABC für Kommunikatoren“, wie Franziskus es selbst nannte, betonte das Kirchenoberhaupt auch:

„Vor allem braucht es Begegung mit dem Anderen: Das heißt, das eigene Herz öffnen, ohne dem Gegenüber etwas vorzutäuschen. Eine offene Begegnung ist Voraussetzung, um sich kennenzulernen. Und wenn es keine Begegnung gibt, gibt es auch keine Kommunikation. Damit es Begegnung gibt, braucht es Ehrlichkeit. Eine Begegnung nur vorzutäuschen ist kein Kennenlernen, das ist einfach nur hässlich."  

Ebenfalls besonders wichtig sei gutes Zuhören, mit Respekt vor dem Anderen, andernfalls sei ein wahrer Dialog unmöglich. Der Papst empfahl in diesem Zusammenhang, auch beim synodalen Prozess, den er für die katholische Kirche weltweit gestartet hat, seinem „ABC“ der Kommunikation zu folgen:

„Ich rufe euch auf, euren Beitrag zu diesem Weg für die katholische Kirche in Italien zu leisten. Als nationale Kommunikationsverbände seid ihr tagtäglich konkret mit den Gedanken, Theorien und Sorgen sowie Hoffnungen der Männer und Frauen in Kontakt. Diese Geschwisterlichkeit kann euch in Zeiten großer Konflikte ein bedeutendes Fenster öffnen. Möget ihr bei eurer täglichen Arbeit Zeugen und Webmeister der Gemeinschaft sein", rief Franziskus auch zu Zusammenhalt auf.

Zum Ende der Audienz vertraute Papst Franziskus seine Zuhörerinnen und Zuhörer dem Patron der Journalisten, dem Heiligen Franz von Sales, und dem Seligen italienischen Computergenie Carlo Acutis an - um wie er kreative Wege auch bei der digitalen Kommunikation zu finden.

(vatican news - sst)

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31. Oktober 2022, 12:03