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Franziskus 2021 zu Besuch im vatikanischen Impfzentrum Franziskus 2021 zu Besuch im vatikanischen Impfzentrum 

Bittere Bilanz des Papstes nach zwei Jahren Pandemie

„Leider müssen wir zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie zugeben, dass wir viele Gelegenheiten verpasst haben, um unseren Ansatz zu ändern.“

Das schreibt Papst Franziskus in einer Botschaft, die am Mittwoch bekannt wurde und die für einen Umbau der Weltwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit wirbt.

Er habe seit Ausbruch der Krise „immer wieder gesagt, dass wir aus dieser Krise nicht unverändert wieder herauskommen werden“, so Franziskus. Darum sei es wichtig, jetzt die Weichen für die Post-Corona-Zeit zu stellen und dabei „den Realismus des Evangeliums“ mit der Solidarität für die Marginalisierten zusammenzubringen.

„Wir sorgen für neue Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten“

Doch leider seien viele Chancen verpasst worden, fährt er mit dem oben angeführten Zitat fort. „Wir sorgen für neue Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten. Die Sorge für unser gemeinsames Haus, Impfstoff-Verteilung, wachsender Hunger, Armut, Waffenhandel bleiben Herausforderungen.“

Der Papst spricht der „Welt der Wirtschaft und Finanzen“ eine große Verantwortung bei der Aufgabe zu, „für ein neues Paradigma zu sorgen und kreative Lösungen zu finden“. Die Zeit für große Absichtserklärungen sei um, jetzt gehe es um „konkrete Versprechen“, damit Wirtschaft und Finanzwelt künftig „im Dienst an den Menschen und an unserer Mutter Erde“ stehen könnten.

Erfolg nicht mehr an Profit messen

Erfolg solle im Wirtschafts- und Finanzwesen nicht mehr am Profit oder Umsatz gemessen werden, sondern daran, wie viele Menschen aus der Armut herausgefunden haben. „Ist es wirklich so schwer, dafür zu sorgen, dass jeder mit seiner Arbeit seinen Teil zu einer Veränderung der Welt leisten kann?“

Die Papst-Botschaft galt einer virtuellen Konferenz, die die vatikanische Corona-Kommission am Mittwoch mit Wirtschaftsberatern durchgeführt hat.

(vatican news – sk)
 

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13. Januar 2022, 09:57