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Papst Franziskus bei der Begegnung im Vatikan an diesem Donnerstag Papst Franziskus bei der Begegnung im Vatikan an diesem Donnerstag  (Vatican Media)

Papst: „Wunderschönes Mosaik Europa nicht durch Hass beschädigen“

Papst Franziskus hat vor Vorurteilen und Fremdenhass in Europa gewarnt und an die Berufung der Staatengemeinschaft zur Solidarität erinnert. Im Vatikan empfing er an diesem Donnerstag Teilnehmer eines europäischen Kongresses zur italienischen Migrantenseelsorge, der von der Stiftung „Migrantes“ der italienischen Bischofskonferenz organisiert wurde.

Anne Preckel - Vatikanstadt

In seiner Ansprache erinnerte Franziskus daran, dass Migration Europas Gesicht schon immer prägt. Das mache die italienische Auswanderung auf den europäischen Kontinent deutlich, so Franziskus ausgehend vom Thema des Kongresses:

„Auch die Kirche in Europa kann nicht umhin, an die Millionen italienischer und anderer Emigranten zu denken, die das Gesicht der Städte, das Gesicht der Länder erneuern. Und gleichzeitig nähren sie ,den Traum eines geeinten Europas, das fähig ist, die gemeinsamen Wurzeln zu erkennen und sich an der in ihm wohnenden Verschiedenheit zu erfreuen‘“, zitierte der Papst aus seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ (vgl. 10).

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Vorbild, kein Hass

Dieses „wunderschöne Mosaik“ dürfe nicht „durch Vorurteile oder durch Hass, der sich in Ehrbarkeit hüllt, verunstaltet oder beschädigt werden“, schärfte der Papst ein. Europa solle Vorbild sein beim Umgang mit Migranten, so Franziskus: „Europa ist aufgerufen, in der heutigen Welt seine Berufung zur Solidarität in der Subsidiarität neu zu beleben.“

Der Papst rief erneut dazu auf, Migranten „willkommen zu heißen, zu begleiten, zu fördern und integrieren“ (vgl. Fratelli tutti, 135). Dann könnten in den aufnehmenden Gesellschaften „Segen“ und „Reichtum“ sein; für die Kirchen in Europa seien sie dies bereits, so Franziskus: „Wenn sie integriert werden, können sie dazu beitragen, die Luft einer Vielfalt zu atmen, die die Einheit erneuert; sie können das Gesicht der Katholizität nähren; sie können Zeugnis von der Apostolizität der Kirche ablegen; sie können Geschichten der Heiligkeit hervorbringen.“

Migration als Segen und Reichtum

Franziskus nannte hier als Beispiel die aus der italienischen Lombardei stammende Heilige und Ordensgründerin Franziska Xaviera Cabrini (1850- 1917 in Chicago), die sich Zeit ihres Lebens für italienische Migranten in den Vereinigten Staaten von Amerika eingesetzt hatte.

Migration habe zugleich auch den ökumenischen Weg in den verschiedenen europäischen Ländern geprägt und durch „Begegnung, Beziehung und Freundschaft“ bereichert, ergänzte der Papst.

Mit Blick auf die Geschichte der italienischen Migration würdigte der Papst „Volksreligiosität“ und einen „Stil der Gemeinschaft und Mission“, ein „Erbe, das es zu bewahren und zu pflegen gilt“. Er ermutigte hier insbesondere zu einem Dialog der Generationen der heute jungen Italiener und ihrer Großeltern.

Der europäische Kongress zur katholischen italienischen Migrantenseelsorge in Rom startete am 9. November und geht noch bis Freitag. Er steht unter dem Motto „Italiener in Europa und die christliche Mission. Wurzeln, die nicht brechen, sondern sich erstrecken, um das zu umarmen, was ihnen begegnet”. Organisiert wird das Treffen von der „Stiftung Migranten“ („Fondazione Migrantes") der italienischen Bischofskonferenz.

(vatican news – pr)
 

11 November 2021, 13:51