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Papst Franziskus 2019 bei einem Besuch in Madagaskar Papst Franziskus 2019 bei einem Besuch in Madagaskar  (Vatican Media)

Papst Franziskus wirbt für „Mission des Mitleidens“

„In dieser Zeit der Pandemie ist angesichts der Versuchung, die Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit im Namen eines angebrachten Social Distancing zu kaschieren und zu rechtfertigen, eine Mission des Mitleidens dringend erforderlich.“ Darauf macht Papst Franziskus in einer Botschaft aufmerksam, die an diesem Freitag veröffentlicht wurde.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Gebraucht werde eine „Mission des Mitleidens, welche die notwendige Distanz zu einem Ort der Begegnung, der Fürsorge und der Förderung machen kann“. Das schreibt der Papst in seiner Botschaft zum nächsten Sonntag der Weltmission, der dieses Jahr am 24. Oktober 2021 begangen wird.

Es stimme schon, dass die Zeiten nicht leicht seien: „Die Situation der Pandemie hat den Schmerz, die Einsamkeit, die Armut und das Unrecht, unter denen bereits so viele litten, hervorgehoben und verstärkt“, schreibt Franziskus. „Sie hat unsere falschen Sicherheiten sowie die Zersplitterung und Polarisierung, die uns lautlos zerreißen, entlarvt.“ Das führe weithin zu einem Gefühl der „Entmutigung, Ernüchterung, Müdigkeit“ - auch unter Glaubenden.

Hier im Audio: Papst Franziskus wirbt für „Mission des Mitleidens“

Kreativ nach Wegen suchen, um Barmherzigkeit zu leben

Allerdings verkündeten wir Christen „nicht uns selbst, sondern Jesus Christus“, fährt Franziskus mit einem Wort des hl. Paulus fort (vgl. 2 Kor 4,5). Und auch für unsere heutige Zeit hätten wir ein „Wort der Hoffnung", das Freiheit und Mut schenkt, zu verkünden. Wir sollten daher „aufstehen und kreativ alle erdenklichen Wege suchen, um die Barmherzigkeit zu leben“. Wörtlich heißt es in der Missionsbotschaft: „In der gegenwärtigen Situation werden dringend Missionare der Hoffnung benötigt, die mit der Salbung des Herrn als Propheten uns daran zu erinnern vermögen, dass niemand sich allein rettet.“

Dass sich keiner allein retten kann, hatte Franziskus übrigens schon in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ vom Oktober 2020 betont.

„In der gegenwärtigen Situation werden dringend Missionare der Hoffnung benötigt, die mit der Salbung des Herrn als Propheten uns daran zu erinnern vermögen, dass niemand sich allein rettet“

Auch die Zeiten Jesu seien im übrigen alles andere als leicht gewesen; vielmehr hätten die Jünger die Frohe Botschaft „in einer feindseligen und schwierigen Umgebung“ verkündet. Das habe sie allerdings nicht abgeschreckt: „Statt sich in sich selbst zu verschließen, drängte sie dies dazu, jeden Nachteil, jeden Widerstand und jede Notlage in eine Gelegenheit zur Mission zu verwandeln. Auch Einschränkungen und Hindernisse wurden zu bevorzugten Orten, um alles und jeden mit dem Geist des Herrn zu salben. Nichts und niemand konnte von der befreienden Verkündigung unberührt bleiben“, schreibt Franziskus in seiner Botschaft.

Das Motto 2021

„Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“

Das Motto des nächsten Weltmissions-Sonntags lautet: „Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“ Zu diesem Wort der Apostel Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat (Apg 4,20) erläutert der Papst, dass Mission zunächst von Gott ausgeht: Es sei der Herr, der uns suche, um uns durch seine Liebe zu verwandeln. Das lasse uns dann aufbrechen zu unseren Mitmenschen und hinaus in die Welt. „Die Liebe ist immer in Bewegung und setzt uns in Bewegung.“ Das Verkünden des Evangeliums sei, so gesehen, ein „Widerschein der Dankbarkeit“; jede/r von uns solle dabei mitmachen, und eigentlich sei Mission überhaupt der Daseinsgrund und die „Identität“ der Kirche, so Franziskus.

(vatican news)

29 Januar 2021, 12:12