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Der Papst beim Angelus am Hochfest Mariä Empfängnis Der Papst beim Angelus am Hochfest Mariä Empfängnis  (AFP or licensors)

Papst: Das Heute nutzen, um „Ja“ zu Gott zu sagen

Am Festtag der Unbefleckten Empfängnis der Gottesmutter Maria erinnert Papst Franziskus daran, dass die Tür zum Paradies nur dank der Gnade Gottes aufgestoßen wird – und mahnt dazu, das Heute dafür zu nutzen, dem Bösen eine Absage zu erteilen.

Maria hatte bereits zu Beginn ihres Lebens das, was alle anderen erst am Ende ihres Lebens erhalten werden, nachdem sie „das reinigende Bad der Gnade Christi“ durchlaufen haben, betont Franziskus beim Angelus an diesem regnerischen 8. Dezember vom Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast aus. Sie war „voll der Gnade“, frei von jedem Makel der Sünde:

„Sie erfreute sich eines einzigartigen Wirkens des Heiligen Geistes, damit sie immer in einer vollkommenen Beziehung zu ihrem Sohn Jesus stehen konnte; oder besser, sie war die Jüngerin Jesu: die Mutter und die Jüngerin. Aber die Sünde war nicht in ihr“, so der Papst.

Die Zusammenfassung des Angelus zum Nachhören

Doch was für Maria galt, gilt für keinen anderen Menschen, denn „selbst die Unschuldigsten waren von der Erbsünde gezeichnet, haben mit aller Kraft gegen ihre Folgen gekämpft“, gibt Franziskus zu bedenken. Die Tür des Paradies öffne sich nur dank der Gnade Gottes, so sei der erste, von dem wir „sicher“ seien, dass er in den Himmel gekommen sei, der „Taugenichts“, der mit Jesus gekreuzigt wurde.

„Die Gnade Gottes wird allen angeboten“

„Er hatte zu ihm gesagt: ,Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!' Und Jesus hatte geantwortet: ,Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein' (Lk 23,42-43). Die Gnade Gottes wird allen angeboten; und viele, die auf dieser Erde die Letzten sind, werden im Himmel die Ersten sein (vgl. Mk 10,31).“

Doch es lohne sich keineswegs, zu meinen, man könne Gott „austricksen“ und die „ehrliche Auseinandersetzung mit unserem Leben immer wieder auf die lange Bank zu schieben und die Geduld des Herrn zu strapazieren“, mant Franziskus. Sicher, Gott sei geduldig und immer geneigt, Milde walten zu lassen, doch es liege an uns, den Augenblick im christlichen Sinn zu nutzen:

„Nicht das Leben in jedem flüchtigen Augenblick auskosten – nein, das ist der weltliche Sinn –, sondern das Heute nutzen, um ,nein' zu sagen zum Bösen und ,ja' zu Gott; sich seiner Gnade zu öffnen; damit aufzuhören, uns nur auf uns selbst zu konzentrieren und der Heuchelei zu erliegen.“

„Gott im Sakrament der Versöhnung um Vergebung bitten“

Es gelte vielmehr, der Realität ins Auge zu blicken und „zu erkennen, dass wir Gott und unseren Nächsten nicht so geliebt haben, wie wir es hätten tun sollen“, fährt Franziskus fort: „Und das auch zuzugeben und den Weg der Umkehr einzuschlagen, indem wir zuerst Gott im Sakrament der Versöhnung um Vergebung bitten und dann das Böse, das wir anderen getan haben, wiedergutmachen. Aber immer offen für die Gnade: Der Herr klopft an unsere Tür, er klopft an unser Herz um mit uns in Freundschaft, in Gemeinschaft zu treten; um uns das Heil zu geben.“

Denn dies, so schließt der Papst seine Katechese am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, sei für uns der Weg, „heilig und untadelig“ zu werden: „Die unbefleckte Schönheit unserer Mutter ist unnachahmlich, und zugleich zieht sie uns an. Vertrauen wir uns ihr an und sagen wir ein für allemal ,nein' zur Sünde und ,ja' zur Gnade.“

(vatican news - cs/skr)

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Eindrücke vom Mittagsgebet mit dem Papst
08 Dezember 2020, 13:02