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Papst Franziskus: Ein Advent der Nähe und Wachsamkeit

Zu „Nähe und Wachsamkeit“ hat Papst Franziskus am Ersten Advent aufgerufen. Im Petersdom feierte er an diesem Sonntag eine Messe mit den neuen Kardinälen; wegen der Corona-Bestimmungen konnten daran nur wenige Gläubige teilnehmen.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Franziskus hatte am Samstag in St. Peter ein Konsistorium zur Schaffung von dreizehn Kardinälen abgehalten. Zwei der neuen Kardinäle konnten nicht anreisen und wurden deswegen online in das Kardinalskollegium aufgenommen – eine Premiere. Außerdem hat Franziskus mit den neuen Kardinälen auch den emeritierten Papst Benedikt XVI. besucht. „Der Advent ist die Zeit, in der wir uns die Nähe Gottes ins Gedächtnis rufen, der zu uns hinabgestiegen ist“, predigte er dann an diesem Sonntag in der Apsis der Petersbasilika.

„Er will nahe zu uns kommen, doch er bietet sich an, er drängt sich nicht auf. An uns liegt es, darin nicht müde zu werden, ihm zu sagen: „Komm!“ Das liegt an uns, das ist das Gebet des Advents: „Komm!“ Jesus, so erinnert uns der Advent, ist zu uns gekommen und wird wiederkommen am Ende der Zeiten. Aber, so fragen wir uns, wozu dient dieses Kommen, wenn er nicht heute in unser Leben kommt? Laden wir ihn ein!”

Sich nicht in tausend Dingen verlieren

Der Papst schlug vor, einmal am Tag „Komm, Herr Jesus“ zu beten. Außerdem sollten Christen in der Adventszeit darauf achten, sich nicht „in tausend Dingen zu verlieren“, sondern wachsam für das Kommen Gottes zu sein, und zwar durch Gebet und Nächstenliebe.

Hier hören Sie einen Bericht über die Messe von Papst Franziskus zum Ersten Advent

„Wenn wir im Himmel erwartet werden, warum sollen wir dann in irdischen Ansinnen leben? Warum uns für etwas Geld, Ruhm, Erfolg abmühen, alles Dinge, die vorübergehen? Warum damit Zeit verlieren, uns über die Nacht zu beklagen, wo uns doch das Licht des Tages erwartet? Warum nach Förderern suchen, um befördert zu werden und in unserer Karriere aufzusteigen? Alles geht vorüber. Wachet, sagt der Herr.“

„Der Glaube ist nicht Wasser, das löscht; er ist Feuer, das brennt“

Die Christen sollten nicht in den „Schlaf der Mittelmäßigkeit“ verfallen, sondern die „brennende Sehnsucht nach Gott“ in sich nähren. „Der Glaube ist nicht Wasser, das löscht; er ist Feuer, das brennt; er ist nicht ein Beruhigungsmittel für den, der gestresst ist; er ist eine Liebesgeschichte für den Verliebten!“

Mit ätzenden Formulierungen bedachte der Papst den „inneren Schlaf der Gleichgültigkeit“, aus dem es schleunigst aufzuwachen gelte. „Wenn wir nur um uns selbst und unsere Bedürfnisse kreisen und den anderen gegenüber gleichgültig sind, senkt sich die Nacht in das Herz herab. Das Herz wird dunkel. Bald fängt man an, sich über alles zu beklagen, dann fühlt man sich Opfer von allen und schließlich sieht man überall Verschwörungen. Klagen, sich für das Opfer halten, Komplotte... Heute scheint diese Nacht über viele eingebrochen zu sein.“

(vatican news)

29 November 2020, 11:27