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Bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch Bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch  (Vatican Media)

Franziskus: Wir beten nie allein, Jesus betet mit uns

Niemand betet allein – wann immer wir beten, betet Jesus mit. Das hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch gesagt. Ausgangspunkt seiner Katechese war die Taufe Jesu im Jordan.

Dort am Fluss habe sich das Volk versammelt in einem Bußgebet, um von Johannes die Taufe zu empfangen – und Jesus schloss sich diesem Gebet an. „Die erste öffentliche Handlung Jesu ist daher seine Teilnahme an einem gemeinsamen Gebet des Volkes, einem Bußgebet“, hob der Papst hervor. Jesus stelle sich also zum Beginn seiner Sendung „an die Spitze eines Volkes von Büßern”. Gewissermaßen schlage er in diesem Moment eine Bresche ins Heilige für alle, die ihm nachfolgen, erklärte der Papst.

Hier zum Hören:

Am Jordan präsent sei gleichsam „die ganze Menschheit mit ihren unausgesprochenen Gebetssehnsüchten”, das ganze Volk der Sünder: „diejenigen, die dachten, sie könnten nicht von Gott geliebt werden, diejenigen, die es nicht wagten, die Schwelle des Tempels zu überschreiten, diejenigen, die nicht beteten, weil sie sich dessen nicht würdig fühlten. Jesus ist für alle gekommen, auch für sie, und er beginnt genau damit, dass er sich ihnen anschließt.”

Generalaudienz mit Papst Franziskus am 28. Oktober 2020 im Vatikan
Generalaudienz mit Papst Franziskus am 28. Oktober 2020 im Vatikan

Jesus betet also mit den Sündern des Volkes Gottes. „Das müssen wir uns klarmachen“, sagte der Papst: „Jesus ist der Gerechte, er ist kein Sünder. Aber er wollte herunterkommen bis zu uns, die wir Sünder sind, und er betet mit uns. Und wenn wir beten, dann betet er mit uns: Er ist mit uns, weil er im Himmel ist und mit uns betet. Wir beten nie allein, wir beten immer mit Jesus.“

Die Generalaudienz vom 28.10.2020 mit deutschem Kommentar

Wer sich also beim Beten träge und leer fühlt, könne in diesem Moment darum beten, „dass das Gebet Jesu auch das unsere wird”, sagte Franziskus. Betende könnten darauf vertrauen, dass Jesus mit ihnen und für sie bete. „Er ist in diesem Moment vor dem Vater und betet für uns, er ist der Fürbittende; er zeigt dem Vater die Wunden, für uns. Haben wir Vertrauen in dieses [Geheimnis] - es ist groß.“ Wer sich mit einer solchen Haltung auch der Demut im Gebet öffne, werde „eine Stimme aus dem Himmel hören, lauter als die Stimme, die aus den Tiefen unserer selbst aufsteigt und Worte der Zärtlichkeit flüstert: ,Du bist Gottes geliebtes Kind´.”

Jesus schenkt jenen, die beten, sein eigenes Gebet, seinen eigenen „Dialog der Liebe mit dem Vater, so der Papst abschließend. „Nehmen wir dieses Geschenk an, das Geschenk des Gebets! Immer mit ihm. Und wir werden nicht fehlgehen.“

(vatican news – gs)

28 Oktober 2020, 10:51