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Papst Franziskus beim Angelusgebet Papst Franziskus beim Angelusgebet  (ANSA)

Angelus: Messe wird schal ohne Bereitschaft zur Verwandlung durch Gott

Gottesdienste werden zu schalen und oberflächlichen Riten, wenn Gläubige nicht dazu bereit sind, sich von Christus in ihrem Denken und in ihrer Haltung verwandeln zu lassen. Auf diese Gefahr hat Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Angelusgebet verwiesen.

Italien und andere Länder feiern an diesem Sonntag Fronleichnam nach, das der katholische Festkalender für den vergangenen Donnerstag verzeichnete. Jesus sei im Sakrament der Eucharistie gegenwärtig, „um, in uns aufgenommen, jene erneuernde Kraft zu werden, die nach jedem Innehalten, nach jedem Sturz, in uns die Energie und den Wunsch weckt, wieder aufzustehen“, sagte der Papst in seiner Ansprache den Gläubigen auf dem Petersplatz. „Dies erfordert jedoch unsere Zustimmung; die Bereitschaft, nicht nur uns selbst verwandeln zu lassen, sondern auch unsere Art zu denken und zu handeln; andernfalls werden die Eucharistiefeiern, an denen wir teilnehmen, auf leere und formelle Riten reduziert. Wie oft geht man zur Messe einfach deshalb, weil man halt hingeht, wie ein gesellschaftlicher Akt, respektvoll, aber gesellschaftlich. Das Geheimnis ist aber etwas anderes: Es ist Jesus, der kommt, um uns zu nähren."

Die doppelte Frucht der Eucharistie

Der Apostel Paulus beschreibe zugleich auch den Gemeinschaftseffekt der Eucharistie. Alle, die an der Eucharistie teilnehmen, werden ein Leib, so wie das Brot, das gebrochen und verteilt wird, eins ist. „Die Gemeinschaft des Leibes Christi ist ein wirksames Zeichen der Einheit, der Gemeinschaft, des Teilens“, so der Papst. Man könne nicht an der Eucharistie teilhaben, ohne sich zu einer aufrichtigen gegenseitigen Geschwisterlichkeit zu verpflichten.

Franziskus sprach von einer „doppelten Frucht der Eucharistie“: zum einen die Vereinigung mit Christus, zum anderen die Gemeinschaft unter denen, die das Brot teilen. Beide zusammen würden „die christliche Gemeinschaft immer wieder neu“ schaffen und erneuern, erklärte der Papst. „Das ist das Geheimnis der Kommunion, der Eucharistie: Jesus empfangen, damit er uns von innen verändert - und Jesus empfangen, damit er aus uns die Einheit schafft und nicht die Spaltung". 

Das Angelusgebet findet nach den pandemiebedingten Sicherheitsmaßnahmen inzwischen wieder in gewohnter Form statt: Der Papst spricht zu den Gläubigen und Besuchern, die sich – mit Sicherheitsabstand und Mundschutz - auf dem Petersplatz versammelt haben. Zuvor feierte Franziskus an diesem Sonntag im Petersdom die Heilige Messe zum Hochfest Fronleichnam.

(vatican news – gs)

14 Juni 2020, 12:10