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Der Papst und einige Patriarchen der Ostkirchen Der Papst und einige Patriarchen der Ostkirchen  (ANSA)

Patriarch Sako: Kein Papstbesuch im Irak in absehbarer Zeit

Papst Franziskus wird entgegen anderslautenden Erwartungen in näherer Zeit nicht in den Irak reisen. Das teilte Patriarch Louis Raphael I. Sako, das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Christen in Bagdad, am Freitag nach einem Treffen mit Franziskus mit.

Es sei ein freundliches Treffen gewesen, „wie mit einem Vater“, so Patriarch Sako im Gespräch mit Radio Vatikan/Vatican News. „Er hat auch über seinen Wunsch gesprochen, den Irak zu besuchen, aber leider sind die Umstände bis jetzt nicht günstig. Vielleicht sehen wir Ende des Jahres, ob das möglich ist“, so Sako weiter. Franziskus selbst hatte vergangenen Juni seine Absicht zu einer Irakreise bekundet.

„Wir sind kleine Realitäten, wir haben Schwierigkeiten, aber wir haben auch eine Berufung zur Achtung, eine Mission, die unseren Glauben, das Evangelium, die Geschwisterlichkeit, die Achtung vor dem Leben, vor der Natur bezeugen will. Diese Dinge sind in unserem irakischen Kontext, der von Stämmen geleitet wird und gewalttätig ist, etwas seltsam. Der Papst hat uns seine Freundschaft, seine Nähe, sein Gebet gezeigt.“

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Sechs Patriarchen beim Papst

Patriarch Sako war gemeinsam mit den fünf anderen Patriarchen der katholischen Ostkirchen am Freitag von Franziskus im Vatikan zu Gesprächen empfangen worden. Laut Sako ließ sich der Papst die Situation in den jeweiligen Ländern schildern, etwa auch die Probleme mit Verfolgung, Gewalt, Emigration und Fundamentalismus. Zugleich bat Sako nach eigenem Bekunden den Heiligen Stuhl um Hilfe für die Christen im Nahen Osten. Sie seien „die Wurzeln des Christentums“ und hätten auch als Minderheit einen wichtigen Auftrag.

Das letzte Spitzentreffen der orientalischen Kirchenführer fand im November 2018 in Bagdad statt. Damals wandten sich die Patriarchen mit der Bitte an den Papst, Fragen und Sorgen hinsichtlich der katholischen Minderheit gemeinsam mit Franziskus zu erörtern. Insbesondere Länder wie Irak und Syrien erleben seit Jahrzehnten einen starken Exodus von Christen. Hintergrund sind die andauernden Konflikte, aber auch religiöse Gewalt.

Teilnehmer der Unterredung am Freitag waren laut vatikanischer Mitteilung sämtliche sechs Patriarchen katholischer Ostkirchen: neben Louis Raphael I. Sako (Chaldäer) aus dem Irak auch Bechara Boutros Rai (Maroniten) aus dem Libanon, Ibrahim Isaac Sidrak (Koptisch-Katholische Kirche) aus Ägypten, Ignatius Joseph III. Younan (Syrisch-Katholische Kirche) aus dem Libanon, Youssef Absi (Melkitische Griechisch-Katholische Kirche) aus Syrien und Krikor Bedros XX. Ghabroyan (Armenisch-Katholische Kirche) aus dem Libanon.

(vatican news/kap – mg)

08 Februar 2020, 12:18