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Franziskus und UNO-Generalsekretär im Video: „Gemeinsam für Frieden"

Papst Franziskus und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres haben ihren gemeinsamen Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Religionsfreiheit bekräftigt. Im Zug einer Begegnung der beiden an diesem Freitag im Vatikan entstand auch eine gemeinsame Videobotschaft. Darin dankt Guterres dem Papst unter anderem für das Dokument von Abu Dhabi zur Geschwisterlichkeit aller Menschen.

„Diese Erklärung ist extrem wichtig, wenn wir so dramatische Attacken auf die Religionsfreiheit und das Leben von Gläubigen betrachten”, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er erwähnte Episoden blutiger Christenverfolgung, Mordanschläge auf Juden in Synagogen und Attacken auf Muslime in Moscheen. In turbulenten Zeiten wie der heutigen, so Guterres in der Videobotschaft an Franziskus gewandt, „müssen wir gemeinsam für Frieden und Harmonie einstehen”.

Hier zum Hören:

Ausdrücklich würdigte der UNO-Generalsekretär den Einsatz des Papstes für Arme, Abrüstung und Umwelt. „Diese Botschaften entsprechen den Kernwerten der UNO-Charta, nämlich: die Würde und den Wert jedes Menschen zu bestätigen”, so Guterres. Er würdigte Franziskus als „Botschafter für Hoffnung und Menschlichkeit". 

„Die Instrumentalisierung der Religion für Fanatismus schreit zum Himmel“

Papst Franziskus, der seinen Redebeitrag im Video auf Spanisch verlas, wiederholte seinen Aufruf für den Dienst an Benachteiligten. „Wir können und dürfen nicht wegschauen bei Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten, dem Skandal des Hungers und der Armut in der Welt”, sagte der Papst. Entschieden wandte er sich auch gegen Rüstungswettlauf, nukleare Aufrüstung und die Verzweckung des Glaubens für Gewalt. „Die Instrumentalisierung der Religion, um zu Hass, Gewalt, Unterdrückung, Extremismus und blindem Fanatismus anzustiften, schreit zum Himmel”, so Franziskus.

Um eine gerechte Welt zu schaffen, brauche es auch die Mittel der Politik, einer bestimmten Form von Politik, so der Papst. Unerlässlich sei „Vertrauen in den Dialog zwischen Menschen und Nationen, in den Multilateralismus, in die Rolle der internationalen Organisationen, in die Diplomatie als Instrument zum Verstehen und zur Verständigung”. Und neuerlich mahnte Franziskus zu einer ganzheitlichen Ökologie: „Tun wir etwas, bevor es zu spät ist”, so der Papst. „Hören wir auf die Stimme so viele Jugendlicher, die uns helfen zu erkennen, was heute in der Welt vorgeht, und die uns darum bitten, Architekten einer menschlicheren und gerechteren Zivilisation zu sein - gemeinsam und nicht jeder für sich.”

Antonio Guterres war von der Madrider Klimakonferenz nach Rom gereist. Die Papstaudienz war so angesetzt, dass sie zum 75. Jahrestag der Gründung der Vereinten Nationen stattfand. 

(vatican news – gs)

20 Dezember 2019, 14:37